• mariaward_banner1.jpg

Maria Ward
23.1.1585 - 30.1.1645

Eine ungewöhnliche Frau, die ihre Kindheit und Jugend im England der blutigen Katholikenverfolgung unter Elisabeth I. verlebt hatte und die ein unerschütterliches Vertrauen auf Gott und ein tiefer Glaube auszeichnete, verließ 1606 ihre Heimat, um allein für Gott ein Leben in der Abgeschiedenheit eines strengen Klosters auf dem europäischen Festland zu führen - auch wenn ihre Eltern dagegen waren. Ihre Lebensaufgabe aber lag nicht im kontemplativen Leben bei den Klarissinnen, in deren Orden Maria Ward in St. Omer aufgenommen wurde. Gott führte sie einen anderen Weg: 1609 erkannte sie durch visionäre Gotteserfahrungen, dass sie "etwas Anderes" zu tun habe, was zur größeren Ehre Gottes gereichte, und 1611 erfuhr sie mit Klarheit, dass sie dazu die Regeln der Jesuiten nehmen solle.

Sie gründete mit ihren Gefährtinnen, die dieses Leben in dem Glauben, der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams mit ihr teilen wollten, das Institutum Beatae Mariae Virginis (IBMV) - auch bekannt als "Institut der Englischen Fräulein" (benannt nach der Herkunft und dem Stand der ersten Gefährtinnen) -, das sein Ziel im apostolischen Dienst zur Ausbreitung des Glaubens und besonders in der Erziehung von Mädchen hat.

Wie kam diese Frau dazu, einen Orden nach dem Vorbild der Gesellschaft Jesu zu errichten, ein von Frauen geleitetes Werk, nicht Ortsbischöfen sondern dem Papst verantwortlich, ohne Klausur?

Maria Ward sprengte damit nämlich alle Grenzen der damaligen Zeit, in der doch gerade im Zuge der Gegenreformation die Klausurgesetze für Frauengemeinschaften verschärft worden waren! Aber Maria Ward hielt sich an das, was sie als den Willen Gottes erkannt hatte, und außerdem lag es auf der Hand, dass eine Klausur mit den Erfordernissen, die der apostolische Dienst stellte, nicht vereinbar war! So geriet sie ins Kreuzfeuer von Kritik und Anfeindung.

 

Unermüdlich jedoch reiste diese Frau durch das seuchen- und krisengeschüttelte Europa, in dem der dreißigjährige Krieg wütete. Sie gründete Häuser und errichtete Schulen und versuchte gleichzeitig ebenso unerschütterlich die Anerkennung ihres Institutes durch den Papst zu erlangen. Zu diesem Zweck nahm sie zweimal die Strapazen einer Reise nach Rom auf sich. Aber v. a. die Angst vor reformatorischen Bestrebungen, kirchenrechtliche Bestimmungen und die Geringschätzung der Frau ließen ihr Ansinnen scheitern. Ihre Gegner waren mächtiger und behielten die Oberhand. So wurde ihr Institut 1631 von Papst Urban VIII. aufgehoben. Maria Ward wurde der Häresie verdächtigt, festgenommen und im Angerkloster in München inhaftiert.

Bezeichnend für diese Frau war, dass sie trotz allen Unrechts, das ihr widerfuhr, nie ihre Loyalität und den Gehorsam gegen den Papst und die Kirche verlor! Nach ihrer Freilassung unternahm sie ihre dritte Romreise, um sich vom Verdacht der Häresie freisprechen zu lassen. Papst Urban VIII. bestätigte ohne zu zögern Maria Wards Unschuld, jedoch nicht ihr Institut; und ihre Gegner blieben weiterhin am Werk, auch nachdem Maria Ward 1645 in England gestorben war.

 

 

Trotz allem blieb ihr Institut am Leben. - Wer wollte denn verbieten, die Armen zu lieben und junge Menschen zu erziehen?
Noch dazu waren Maria Wards Absichten stets lauter:

 "In allem, was ich tue, denke, rede, will ich nichts erstreben als die größere Ehre Gottes."