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  Nikolaus 2016


Alle Jahre wieder komm´ ich zu euch her,
alle Jahre wieder freue ich mich sehr
euch so zahlreich vorzufinden
und so will ich euch auch heut verkünden,
was mich freut und was mich stört,
was ich lob´, was mich empört.

Doch ehe ich euch Schülerinnen beweise,
dass ich viel mitkrieg´ auf meiner Reise,
möcht´ ich ganz herzlich die Schulleitungen begrüßen,
und eure Betreuer, die euch das Tagesheim „versüßen“.



Es ist eine Ehre, das könnt´ ihr wohl glauben,
dass Herr Dr. Gruber, dem die Zeit einfach alle rauben,
zu euch hierhergekommen ist
und seinen Alltag ganz kurz mal vergisst.
Ihr könnt nicht ahnen, wie sehr´s an seinen Kräften zehrt,
wenn er beständig das Wohl der Schule mehrt,
mit Hilfe von Herrn Dr. Schmelter und Frau Reim,
die heute leider muss anderswo sein.
Auch Frau Wucholt und Frau Schilling gehören heute zur Zahl der Gäste
zu diesem ganz besonderen Feste.

Danke, dass Sie alle das Schulschiff so wunderbar steuern
- viel Achtung verdienen Sie, das kann ich beteuern!!

Auch eure Betreuerinnen will ich bedenken,
wer würde euch sonst durch den Alltag lenken,
wer würde sonst alles organisieren,
euch über Hürden manövrieren,
wer würde versuchen, euch Lernstoff zu erklären,
wer würde euch sonst beim Handyspiel stören?
Wer würde euch Wasser und Brot hinstellen,
euch mit Ideen den Tag erhellen,
Wer sonst würde Ordnung halten im Gruppenzimmer,
würde ein Ohr euch schenken überall und immer,
wer würde euch lenken, auch mal mit strenger Hand
die Notwendigkeit dafür, sie ist bekannt…

Danke, dass Sie alle eine Gruppe leiten
und mit den Mädels das Tagesheim bestreiten!

Doch nun zu euch, liebe Schülerinnen,
zu euch gibt´s so viel, wo soll ich beginnen….
Also fangen wir mal beim Eintreffen an,
als erstes ist euer Überschwang dran:

Gern überschreitet ihr manche Dezibel,
klar, nach der Schule geht das schnell.
Ist eure Betreuerin zufällig dann im Raum,
schwirrt der der Kopf, ihr glaubt es kaum,
wenn jede von euch zeitgleich erzählt,
was sie freut und was sie quält.
Alle lautstarken Informationen  blitzschnell zu verstehen –
Ganz ehrlich, Mädels, wie soll das gehen?
Der Ansturm dauert fünf bis zehn Minuten,
danach wollt ihr zum Essen sputen.
Die Zeit sich nach der Schlange bemisst,
wie lang die grad im Speisesaal ist.



An dieser Stelle will ich nicht vergessen
ein kleines Wort zu eurem Essen:

Ganz ehrlich immer wieder das Gemecker
geht mir ein wenig auf den Wecker.
Auf Anhieb fällt mir vieles ein,
was ich als Nikolaus find fein:
Kässpatz´n, Lasagne, Rinderbraten
mit Gemüse und Salaten
Grießbrei, Milchreis, Apfelstrudel
- und ihr esst ein Häppchen Nudel
ohne Wirsing, Erbsen oder Soß´ -
- selber schuld, sag ich da bloß.
Was man nicht mal will probieren
kann man hinterher auch nicht monieren!
Und so schlecht kann es gar nicht sein,
sonst träfen nicht immer mal wieder Lehrer ein,
sonst wär die Mensa auch nicht so voll
- zuhause findet ihr sicher auch nicht alles toll.

Das Essen ist schnell abgehakt,
denn Wichtigeres ist gefragt.
Denn danach, in der Pause, zieht´s manche raus im Nu,
es gibt eine richtige Völkerballcrew,
auch lockt es viele von euch auf den Baum,
wenn einer fällt, so stört das kaum,
auch ein Sturz vom Einrad runter –
hey, selbst mit zwei Gipsen bleibt man munter
und ermutigt so manche Betreuerin:
„Oben im Baum sitzen, das macht Sinn“
Wie freundlich, dass ihr ihr dann auch wieder zeigt,
wie man vom Aste heruntersteigt.

Hätte ich so einen Garten
würd´ ich auch nach draußen starten,
statt mein Handy gleich zu zücken
und mich auf´s Sofa zu verdrücken
- meist noch die Füße am Sofa oben,
zieht einer die Schuhe aus, muss man schon loben…

Freilich, „social medias“ müssen heutzutage sein,
doch fiele mir wahrhaft Besseres ein
als dumme Filmchen anzuschau´n
und Highscores in Spielen aufzubau´n.
Übertreibt Ihr´s, wundert euch besser nicht,
wenn jemand in Kürze ein Verbot ausspricht.

Auch im Blick auf den Computerraum
- man glaubt auch dies mitunter kaum –
gibt es so manche Kandidaten,
- und wer es ist, das dürft ihr raten –
die in den Pausen nur Erfüllung finden,
wenn sie dezent im Gang Ost verschwinden.
Die Spiele müssen ja supertoll sein,
denn so viele Referate fallen mir gar nicht ein.

Wär ich täglich hier, ich würd´die PCs minimieren
und einen Kurs für´s Beenden initiieren:
Denn, meine Damen, man geht ein wenig systematisch vor
und drückt nicht nur ein Knöpfchen am Monitor.
Es gibt einen Menüpunkt „Herunterfahren“!
Es ist nicht nötig im standby-Modus zu verharren!



Zum Gang Ost auch noch ein Wort zum Lesezimmer:
Manchmal denkt man ja, es kommt nicht schlimmer:
Lampen schief, Kissen am Boden,
Sofas wie von Geisterhand verschoben –
Doch treiben´s manche echt noch bunter –
neulich fiel die Vorhangstange runter!

Auch bei den Toiletten ist das Papier nicht immer, wo´s hingehört, drin
- erklärt mir bitte einer mal den Sinn??
Leut´, ist es so schwer, Räume ordentlich zu hinterlassen,
nicht nur aufs Vergnügen zu schauen ohne Maßen?

Vielleicht liegt´s auch an den Betreuerinnen,
sie sollten ein System ersinnen,
in dem ihr rund um die Uhr beschäftigt seid,
dann habt ihr für solchen Schmarrn keine Zeit.
Ein bisschen mehr Achtsamkeit auf allen Seiten
könnte auch denen Freude bereiten,
die Räume und Dinge nach euch nutzen
ohne die Notwendigkeit vorher zu räumen und zu putzen.


Ich bin sicher, ihr könnt auch sehr wohl begreifen,
Bälle, Einräder und Hula-Hup-Reifen
fürchten sich nachts draußen im Dunkeln allein
- bringt sie also lieber rein,
und wenn möglich nicht immer im Sauseschritt,
auch langsameres Gehen hält einen fit
und es senkt die Unfallgefahr ungemein,
dimmt man die Geschwindigkeit etwas ein.
Verhindert wird manch Zusammenprall,
der für jeden bedeutet Qual.

Apropos, was ich auch noch erwähnen muss:
Das „zu viel an sich selber“ denken, bringt mir Verdruss!
Da sah ich doch neulich ein paar etwas ganz alleine essen,
und die ganze Gruppe war vergessen…

Hauptsach´, man schlägt sich selber das Bäuchlein voll,
ich persönlich find´s nicht sehr toll.
Gern dürft ihr selber von euch aus an and´re denken,
lasst euch beim Überlegen nicht nur von Betreuern lenken!

Das betrifft auch die Hausaufgabenzeit –
Natürlich hat jeder Betreuer seine Freud´,
wenn ihr pünktlich um drei fangt an,
doch hoffentlich versteht ihr irgendwann,
dass die Erledigung von Hausaufgaben zu eurem eigenen Besten ist,
was so mancher gern vergisst.
Denn pünktlich um drei fangt ihr an zu essen,
habt den Toilettengang schnell noch vergessen,
lasst eure Eltern schnell noch eine SMS schreiben,
dass ihr befreit seid vom Hausaufgabenleiden…
Herrschaften, ein wenig mehr Disziplin,
das ist in eurem Alter doch schon drin!
Glaubt mir, ihr tut nicht Betreuern einen Gefallen
wenn Ihr euch rumschlagt mit Vokabeln und Zahlen.
Dass ihr´s könnt, das weiß ich wohl,
manche Lernzeit, die ist toll,
da seh ich euch ganz konzentriert,
was zu guten Leistungen führt.

Auch seh ich vielerorts mit Vergnügen,
nicht jeder will sich nur mit wenig begnügen,
sondern ergreift jede Chance, die es gibt –
Kreatives ist hoch beliebt.
Für eure Gruppenbilder bekommt ihr von mir den Daumen hoch
Und vieles and´res gibt es noch:

Holzengel, Bäumchen und Pralinen,
deren Verkauf sozialen Zwecken dienen,
Dekorationen, Häkeln, Origami, Bücher falten –
Selbst Klopapierrollen lassen sich gestalten
Hätte ich doch nur ein bisschen mehr Zeit,
ich würd´ so gern werkeln und hätt´ meine Freud.
Doch wie ihr es wohl könnt erahnen
sprengt das gehörig meinen Rahmen
und heute besonders an „meinem“ Tage .-
ich muss noch weiter, keine Frage.


So möchte ich kurz vor dem Ende noch berichten,
dass so viel Schönes ich hier kann sichten:
Die meisten von Euch sind absolut spitze
Nein, ehrlich, ich mach hier keine Witze!!
Denken mit, helfen andern, sind pünktlich, räumen auch mal auf,
die meisten von euch sind super drauf!

So wünsch´ich mir, dass mein Besuch hier machte klar,
was ich super find und was sonderbar.
Auch wenn nicht alles rundum perfekt ist
bleib ich ein Grundsatzoptimist,
dass euch mein heut´ger strenger Blick
hält euch von manchem Unfug zurück.
Denn im Großen und Ganzen seid ihr eine prächtige Schar,
euch und das Tagesheim find´ ich ganz wunderbar!!
Drum habt ihr´s euch auch redlich verdient,
dass jeder ein Andenken von mir mit sich nimmt.

Leider, leider, ich muss jetzt weiter,
bleibt so fröhlich und so heiter!

Auf ein Neues nächstes Jahr -
Ich freue mich auf eure Schar.

Denkt an mich, wenn ich bin aus dem Haus
- einen schönen Advent und Gottes Segen wünscht euch

                        euer Nikolaus!

Ingrid Kleinlein