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Unser Projekt mit der Grundschule an der Guldeinstraße

In diesem Projekt helfen und unterstützen Schülerinnen unserer 10.Klassen einmal pro Woche ein Kind der Grundschule an der Guldeinstraße. Diese Schule liegt im Münchner Westend und ist von uns aus mit Tram und Bus in ca. 25 Minuten zu erreichen. Die dortige Schülerschaft zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund aus.

Aus unseren 3 Parallelklassen finden sich in der Regel 20-25 Mädchen zusammen (das entspricht in etwa 25 % des Jahrgangs), die einmal pro Woche nach dem Unterricht zur Guldeinschule fahren.

Dort setzt sich jede einzelne mit „ihrem“ Kind in ein Klassenzimmer und lernt mit ihm. Je nach persönlicher Schwäche des Kindes geht es um Deutsch, Mathe oder HSU. Mit viel Geduld wird buchstabiert, das 1x1 geübt, oder es werden die Wochentage, Monatsnamen und Jahreszeiten gelernt. Gemeinsam wird auch mal ein ganz normaler Hefteintrag anlegt. Dabei werden möglicherweise auch gleich die Hausaufgaben erledigt, damit das Kind am nächsten Tag bei der Besprechung der Aufgaben ein Erfolgserlebnis hat. Oft wird aber auch Persönliches ausgetauscht und über die jeweiligen Lebensumstände berichtet. Am Ende wird immer gespielt, manchmal auch gemeinsam mit anderen Kindern aus dem Projekt. Nach spätestens einer Stunde ist die Aufnahmefähigkeit der Kleinen (und z.T. auch der Großen) jedoch erschöpft und alle treten den Heimweg an.

Das Wichtigste für die jungen Kinder ist die ungeteilte Aufmerksamkeit und Zuwendung, die sie während einer ganzen Stunde von einer nahezu erwachsenen Person bekommen. In ihren Familien sind sie am Nachmittag oft auf sich alleine gestellt. Der Nachmittag im Projekt ist daher für viele von ihnen der „Lichtblick der Woche“.

Dadurch, dass die Kinder zu den großen Mädchen aufschauen und sie als Vorbilder ansehen, entwickeln sie ganz neue Perspektiven. So erfahren einige zum Beispiel zum ersten Mal, dass sie auch auf weiterführende Schule gehen könnten.

Auch die Mädchen des Gymnasiums profitieren von diesem Projekt. Das Schönste an dem Projekt ist für sie die Erfahrung, Woche für Woche sehnsüchtig erwartet zu werden. Außerdem scheinen sie eine Art von „sozialer“ Verantwortung zu spüren: ihnen wird deutlich, in welch günstigen Verhältnissen sie leben, wie viele Chancen sie bereits hatten und noch haben werden, und sie sind gerne bereit, davon etwas weiterzugeben.

Als absolute Highlights haben sich unsere beiden fest installierten gemeinsamen Feste etabliert. In der Adventszeit organisieren wir eine kleine Nikolausfeier. Sie findet in einer der beiden Schulen statt, der Nikolaus kommt und bringt kleine Geschenke, die von unserer SMV finanziert werden, wir singen und spielen gemeinsam. Zum Ende des Schuljahres gibt es in der Guldeinschule ein kleines Abschiedsfest, damit bedankt sich die Schule bei unseren Mädchen für ihr Engagement.

Als Anerkennung ihres sozialen Engagements erhalten die Schülerinnen am Ende des Jahres eine Art „Zertifikat“, das von beiden Schulen unterschrieben wird. Wir bemühen uns jedes Jahr, die Übergabe dieser Zertifikate in einem besonderen Rahmen vorzunehmen, so dass sich die Schülerinnen auch wirklich gewürdigt fühlen.