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Profilfach Darstellendes Spiel

Im künstlerischen Bereich haben die Schülerinnen der Oberstufe die Möglichkeit neben Musik und Kunst auch das Fach Darstellendes Spiel zu belegen.

Themenschwerpunkte sind hierbei unter anderem laut Lehrplan:

-          das bewusste Arbeiten mit dem Körper
-          der kontrollierte Einsatz der Stimme
-          Improvisation
-          das chorische Sprechen
-          die Erfahrung des Bühnenraums
-          der Einsatz von Requisiten
-          die dramatische Umsetzung epischer und lyrischer Texte
-          das Aufbrechen von klassischen Texten
-          das Erfinden und Interpretieren von Figuren
-          die Geschichte des Theaters

An die Stelle einer schriftlichen Klausur tritt eine praktische Prüfung, die auch ein Prüfungsgespräch beinhaltet.

Der Lehrplan wird an unserer Schule folgendermaßen umgesetzt:

„Das Theater ist die tätige Reflektion des Menschen über sich selbst.“ (Novalis) -

Theaterarbeit am erzbischöflichen Maria-Ward-Gymnasium:

Obiges Zitat von Novalis steht im Zentrum jeder sinnvollen Theaterarbeit und zeigt zudem auf, weshalb Theaterspielen an der Schule so wertvoll ist.
Der Oberstufenkurs „Theater und Film“ und das Wahlfach „Schulspiel“ der Klassen 8-10 versuchen diese „tätige Reflektion über sich selbst“ jeden Freitagnachmittag zu erfahren. Die Jugendlichen gewinnen Erkenntnisse über, machen Erfahrungen mit und entwickeln Verständnis für ästhetische, künstlerische Werke in den Bereichen Theater bzw. Film. Sie werden Teilhaber an einem wichtigen Bereich gesellschaftlicher Kultur – so wie es der Fachlehrplan der Oberstufe fordert. Was sich sehr theoretisch anhört, macht in der wöchentlichen Probenarbeit auch viel Freude: die Mädchen lernen körpersprachliche Mittel spielerisch und experimentierend auszuprobieren, gezielt einzusetzen und beobachtend zu reflektieren, sie setzen sich mit verschiedenen Methoden der Rollenarbeit auseinander, wie z.B. Rolleninterviews, Rollenbiographien und Subtext, sie unterschieden zwischen Rolle und Rollenträger und im Erleben dieser Differenzerfahrung intensivieren sie auch ihre Selbstwahrnehmung. Dies ist nicht immer leicht, denn vor Publikum oder auch nur vor den Mitschülerinnen aus sich herauszugehen und in eine Rolle zu schlüpfen erfordert Mut, Konzentration und ist zudem sehr anstrengend.

Die Arbeit am eigenen Stück – „Die Hölle der Mädchen“ – erfordert viele Entscheidungen und eine intensive Auseinandersetzung aus unterschiedlichsten Perspektiven, zusammen mit der Erfahrung, dass die Zeit und die Ressourcen nicht unendlich sind und man sich im Schultheater auch bisweilen mit  Provisorischem zufriedengeben muss, auch wenn man in dem gesteckten Rahmen das Beste gibt.

Das Interesse für Theater kreist aber auch nicht nur um die eigene Arbeit, weshalb das Ensemble des Erzbischöflichen Maria-Ward-Gymnasiums Nymphenburg die Kammerspiele besuchte. Neben einer Führung durch die Räumlichkeiten und schauspielerische Übungen unter der Anleitung von Elke Bauer besuchten wir das Stück „Rocco und seine Brüder“ – ein einmaliges Erlebnis. Frau Bauer unterstützt uns zudem bei der Probenarbeit zu unserem Stück, ebenso Frau Christina Gabelsberger. Herr Michael Prager hat uns seine Unterstützung mit dem Kammerchor zugesagt, worüber wir uns besonders freuen. Auch die Technik-AG der Realschule unterstützt uns tatkräftig – vielen herzlichen Dank allen dafür!

Auch die Jüngsten an unserer Schule versuchen sich bereits am darstellenden Spiel – die Humboldtklasse G5h hat aus dem Jugendbuch „Maia oder als Miss Minton ihr Korsett in den Amazonas warf“ eigene Szenen entwickelt und geprobt und somit das Forschungsgebiet Alexander von Humboldts von literarischer Seite kennengelernt.

Somit hoffe ich natürlich auch, die eine oder andere Nachwuchsschauspielerin für das Wahlfach in der Mittelstufe oder aber auch den Oberstufenkurs gewinnen zu können.

Geplante Aktionen im Theaterjahr 2015 / 2016:

25.07.2016: Aufführung „Die Hölle der Mädchen“ in der Aula

25.07.2016: Theatertag unter dem Motto „poetry that glitters“ mit Franziska Ruprecht, Carola Wegerle und Herrn March auf dem Schulgelände

Dunja Müller

 

Nachlese: Theatertag 2015

„Bühne, Bretter, die die innere Welt verändern“
(Manfred Hinrich, 1926-2015, Philosoph, Philologe und Kinderbuchautor)

Erster Theatertag am Erzbischöflichen Maria-Ward-Gymnasium Nymphenburg

„Bühne, Bretter, die die innere Welt verändern.“ – ein Zitat des diesjährig verstorbenen Manfred Hinrich. Ich glaube, dass dieses Zitat sehr gut beschreibt, was wir mit unserem Theatertag am Ende des Schuljahres erreichen wollten und hoffentlich letztendlich auch erreicht haben – die „innere Welt“ der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu verändern, und zwar in vielerlei Hinsicht.

Konzentration, Merkfähigkeit, Kreativität, Mut und schließlich auch Teamwork waren in der Unter- und Mittelstufe gefragt, als es darum ging, eine kleine gemeinsame Inszenierung auf die Bühne zu bringen. Es erfordert sehr viel soziale Kompetenz, sich in der Findungsphase des Stücks zwar einzubringen, aber doch auch anderen Vorschlägen zuzuhören und diese in ein gemeinsames Projekt münden zu lassen. Und natürlich ist die Schule bis zu einem gewissen Grad ein Schonraum, in dem Kinder und Jugendliche sich ausprobieren sollen, doch dieser Gedanke ist sicher nicht präsent, wenn es darum geht, eine Rolle überzeugend zu präsentieren, zumal es sich ja um die kritischen Augen von Mitschülerinnen und Lehrkräften handelt. Und gerade diese Anstrengungsbereitschaft, das Bemühen um Qualität, die Auseinandersetzung mit Problemen der Gegenwart und literarischen Vorlagen, vielleicht auch das Entstehen eines individuellen Interesses für Kunst, das hoffentlich viele Schülerinnen ein Leben lang begleitet, sind Faktoren, die zwar im Schonraum Schule erprobt werden können, doch – und da bin ich mir sicher – bei allen uns Schülerinnen weit über die Schulzeit hinaus in Erinnerung bleiben werden –die „innere Welt“ hat sich somit verändert.