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Compassion

Im Rahmen dieses Projekts nehmen unsere Schülerinnen der zehnten Klassen des Gymnasiums zwei Wochen lang nicht am Unterricht teil, sondern arbeiten sechs bis acht Stunden täglich in einer sozialen Einrichtung mit, so dass die Schülerinnen durch ihre Arbeit neue Erfahrungen sozialen, praktischen und emotionalen Lernens sammeln können.
Es handelt sich hier um ein Praxis- und Unterrichtsprojekt, das unter dem Leitwort:„aktive Mitmenschlichkeit – gelebte Solidarität“ steht. Der Begriff „Compassion“, der aus dem Amerikanischen kommt und „Mitleiden, Empfindsamkeit für das Leid des anderen zeigen“ meint, bezeichnet die solidarische Haltung all denen gegenüber, die in ihren Möglichkeiten als Mensch durch Krankheit, Behinderung, Alter und Notsituationen eingeschränkt sind und Leid erfahren. Angezielt werden soziales Nachdenken und solidarisches Handeln in einer Gesellschaft, die heute als zunehmend entsolidarisiert erlebt wird.
Praxis- und Unterrichtsprojekt sozialen Lernens umfasst es sowohl den sozialen Einsatz vor Ort als auch die Vor- und Nachbereitung im Fach- und fächerübergreifenden Unterricht: So werden im Rahmen der Vorbereitung des Projekts Themen im Unterricht aufgegriffen, die den sozialethischen Schlüsselbegriff der Solidarität in je eigener Weise in den Blick nehmen. In der Nachbereitungsphase stehen die vielfältigen Erfahrungen, die die Schülerinnen vor Ort sammeln konnten, und die sich daraus ergebenden Fragen im Vordergrund. Unterstützt und betreut werden die Schülerinnen vor und während ihres Einsatzes durch Lehrerinnen und Lehrer, die in den zehnten Klassen unterrichten, und sich als Mentorinnen bzw. Mentoren zur Verfügung gestellt haben. Auch von Seiten der jeweiligen Einrichtung wird eine Arbeitseinführung und eine Begleitung der Praktikantinnen ermöglicht.
Im Rahmen der Nachbereitungsphase zeigt sich der hohe Zustimmungswert für dieses Projekt: Schülerinnen, die zwei Wochen vor Ort als Praktikantinnen gearbeitet haben, stufen diese Zeit als großen persönlichen Gewinn ein. Herausgestellt werden von ihnen die guten Erfahrungen in der Begegnung und Zusammenarbeit mit alten, kranken, behinderten oder in Not geratenen Menschen und die Beobachtung, „ etwas Wichtiges geleistet“ und das „Gefühl, gebraucht zu werden“ in stärkerem Maße als sonst erfahren zu haben, wodurch die soziale Sensibilität und das Selbstbewusstsein jeder einzelnen Schülerin gestärkt worden sei.

Mit diesem Projekt fühlt sich unsere Schule in besonderer Weise der Erziehungskonzeption der Gründerin der Maria-Ward-Schulen, Mary Ward, verpflichtet. Die Ordensgründerin forderte nicht nur die Ausbildung von Mädchen und die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft des 17. Jahrhunderts ein, sondern stellte immer wieder dezidiert heraus, dass sich der christliche Glaube inmitten der Welt zu bewähren habe. So kann es einer in der Tradition Mary Wards stehenden Schule nicht nur darum gehen, kognitive Fähigkeiten, Leistungsbereitschaft, Urteilsfähigkeit, Effizienz, Respekt vor der Würde des Individuums sowie Achtung vor der Schöpfung zu vermitteln, sondern vorrangig hat sie sich darum zu bemühen, die soziale Kompetenz ihrer Schülerinnen im Umgang mit dem Nächsten, die sich in der Solidarität aus dem Glauben gründet, in allen Lebensbereichen aufzubauen.