• SLDsIMG_4969.JPG
  • SLDsIMG_4994.JPG
  • SLDsIMG_5037.JPG
  • SLDsIMG_5016.JPG
  • SLDsIMG_4940.JPG

13. Bundesdeutscher Vorlesetag „Große lesen für Kleine“

Schon traditionsgemäß findet in Deutschland jedes Jahr im November der „Bundesdeutsche Vorlesetag“ statt, so auch im Jahre 2016 am Erzbischöflichen Maria-Ward-Gymnasium Nymphenburg: An diesem Tag waren alle Schülerinnen der vier fünften Klassen am Montag, den 21. November 2016, in der dritten und vierten Stunde zu einer Buchpräsentation in den Festsaal unserer Schule eingeladen.

Gemäß dem Motto „Große lesen für Kleine“ hatten sich sechs Schülerinnen der Q 12 meines Deutsch-Kurses im Rahmen einer Kreativ-Aufgabe der Herausforderung gestellt, den 121 Schülerinnen der Unterstufe nicht nur eine Leseprobe aus einem der drei vorzustellenden prämierten Jugendbücher zu bieten, sondern das Ganze in einem möglichst unterhaltsamen und die Schülerinnen der Unterstufe aktivierenden Rahmenprogramm einzubetten, was als durchwegs gelungen zu bewerten ist.

Nach der Begrüßung durch Herrn Dr. Schmelter wurde von den Schülerinnen das weitere Programm gestaltet:



So stellten Sabrina Riedmann und Nina Schottenhammel das preisgekrönte Jugendbuch „Ophelia und das Geheimnis des magischen Museums“ vor. Die Autorin, Karen Foxlee, erzählt hier von einer Stadt, „in der es immer schneit“ und in der man ein Museum findet, in dem offensichtlich „magische Dinge geschehen“. Dabei spielt ein Junge, „dem man seinen Namen geraubt hat“, die Hauptrolle.



Sabrina und Nina fassten das Geschehen, ohne zu viel verraten zu wollen, in folgender Weise zusammen: „Mit diesem Museum stimmt etwas ganz und gar nicht! Das spürt Ophelia, obwohl sie nicht an Magie glaubt. Doch dann sieht sie durch das goldene Schlüsselloch einer verborgenen Tür … direkt in das Auge eines Jungen. Hat ihn tatsächlich die mächtige Schneekönigin eingesperrt? Um ihn zu befreien, bleiben Ophelia nur drei Tage, danach hat die Schneekönigin ihr Ziel erreicht und die ewige Winterzeit beginnt …“.

Die zwei Oberstufenschülerinnen bewerteten dieses Jugendbuch als „unbedingt lesens- und empfehlenswert“ und beantworteten die sofort gestellten Fragen aus dem Publikum, wo man denn dieses Buch kaufen könne, mit dem Hinweis auf die Möglichkeit, es später in der Schülerinnen-Bibliothek auszuleihen. Auch die zwei anderen präsentierten Jugendbücher werden in diese Bibliothek eingestellt.

Ganz mutige Schülerinnen wurden dann aufgefordert, selbst einmal eine Kostprobe aus diesem Buch vorzulesen. Natürlich konnten hier nicht alle ausgewählt werden, die sich spontan gemeldet hatten, aber die Schülerinnen, die vor immerhin 130 Personen ihr Vorlesedebut gaben, konnten überzeugen. In einer zweiten Runde ging es darum, dass vier Schülerinnen inhaltliche Elemente des Jugendbuches in die richtige Reihenfolge bringen mussten, indem sie sich auf der Bühne selbst entsprechend zu positionieren hatten.



Die Oberstufenschülerinnen Corinna Horky und Theresa Pfeifer eröffneten die Vorstellung ihres Buches „Käferkumpel“ mit einem Rätselwort, das an die Wand projiziert wurde und von dem nur ein Buchstabe vorgegeben war. Nach einigen Anläufen schafften es die Schülerinnen schließlich, dieses Rätselwort zu entschlüsseln: „InsekTen“.



Die Autorin dieses Werkes gibt nur wenig über sich preis und zieht es vor, unerkannt ihre Bücher zu schreiben, von denen es mittlerweile drei gibt. Die Hauptperson in diesem Buch – sie heißt Darkus Cuttle – will eigentlich nur herausfinden, wieso ihr Vater auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Doch plötzlich steht Darkus mitten „in einem wahnwitzigen Abenteuer“: Er wird nämlich von seinen überaus seltsamen Nachbarn eingesperrt und von einer Horde Käfer befreit! Diese Käferhorde wird von „Baxter, dem riesigen Nashornkäfer“ angeführt. Darkus entdeckt, dass er seine neuen krabblenden Freunde unbedingt „vor der Modedesignerin Lucretia Cutter“ beschützen muss. Auch findet er heraus, dass „die gemeine und exzentrische Modedesignerin“ vor vielen Jahren mit seinem Vater an einem geheimen Projekt gearbeitet hat. „Aber wie das alles zusammenhängt, kann Darkus nur mit Baxters Hilfe enträtseln“.

Selbstverständlich wurde nach dieser Information sofort das Bild eines Nashornkäfers an die Wand projiziert. Ohne Zweifel: Diese Käferart weiß zu beeindrucken!



Dieser Vorstellung schloss sich ein „Käferfangspiel“ an. Auch hier war es leider nicht möglich, dass alle anwesenden Schülerinnen, die an diesem Spiel teilnehmen wollten, auf die Bühne zu rufen. Es folgte ein „Käferraten“ und schließlich mussten sich zwei verschiedene Teams in einem Wissensquiz bewähren.

 

  
Aber an diesem Morgen sollten nicht nur Nashornkäfer eine Rolle spielen! Im Rahmen der dritten Buchvorstellung, die von Allegra Braig und Anna-Maria Glasl präsentiert wurde, tauchte plötzlich – erst im Saal neben einzelnen Sitzreihen, dann auf der Bühne – ein Kater auf, der sich als „Winston, der Kater in geheimer Mission“ vorstellte und ziemlich lebensecht von Anna-Maria Glasl verkörpert wurde.



Genau, es ging um das von Frauke Scheuermann veröffentlichte Buch: „Winston, ein Kater in geheimer Mission“, der sich selbst mit den Worten vorstellt: „Fassen wir mal zusammen: Ich kann sprechen. Ich kann lesen. Und ich kann auch schreiben. … Ich kann Englisch … Um es kurz zu machen: Ich bin Super-Winston! Ich bin der schlauste Kater des Universums! Ich bin Weltklasse!“



Der nicht gerade zurückhaltende Winston liebt es ansonsten, den ganzen Tag gemütlich auf dem Sofa herumzuliegen und „Geflügelleber mit Petersilie zu futtern“. Probleme treten für Winston auf, als sein Herrchen eine neue Haushälterin einstellt, die mit ihrer Tochter einzieht. Da endet Winstons bisher gemütliches und behagliches Leben, denn die Haushälterin und ihre Tochter Kira „haben nämlich jede Menge Probleme im Gepäck, und ehe er sich‘s versieht, steckt Winston mitten in einem in einem echten Kriminalfall … und kurz darauf – ach du heilige Ölsardine – auch noch im Körper eines Mädchens! Hilfe!!!“

Wie es zu dieser Verwandlung eines Katers in einem Mädchenkörper und der Verwandlung eines Mädchens in eine Katze gekommen war, erklärten den gebannt zuhörenden Schülerinnen Allegra und Anna-Maria. Mehr aber wurde nicht verraten!

Verschiedene Aufgaben für die Schülerinnen schlossen sich an, z. B. die Vorführung bestimmter Eigenschaften der Katzen, ohne sprechen zu dürfen. Aus freien Stücken verzichteten dann die Schülerinnen auf einen Teil ihrer Pause, um noch bei Winston und einem Spiel bleiben zu können. „Ach, du heilige Ölsardine!“


Die den Schülerinnen in der Begrüßung in Aussicht gestellte Überraschung – es handelt sich um ein Teilnahmezertifikat für jede Schülerin – wird dann von den Deutschlehrkräften der fünften Klassen in der nächsten Deutschstunde überreicht.

Ein tosender Beifall belohnte die sechs Oberstufenschülerinnen für ihre Buchpräsentationen, die den Schülerinnen zwei kurzweilige Stunden bescherten.

Auch von mir kommt ein herzliches Dankeschön!




Dr. Jürgen Schmelter