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Ökumenische Bußgottesdienste im November 2016

Am Dienstag, den 15. November 2016, wurden am Tag vor dem Buß- und Bettag die schon traditionell zu nennenden ökumenischen Bußgottesdienste für die Schülerinnen der Unter-, Mittel- und Oberstufe gefeiert. In bewährter ökumenischer Kooperation organisieren und leiten diese Gottesdienste jeweils eine katholische und evangelische Lehrkraft, die das Fach katholische bzw. evangelische Religionslehre unterrichtet.

Der ökumenische Bußgottesdienst für die Schülerinnen der zehnten Jahrgangsstufe und der Q 11 / Q 12 stand unter dem Motto „Mauern überwinden“.


Im Rahmen der Eröffnung dieser gottesdienstlichen Feier wurde von Herrn Dr. Schmelter herausgestellt, dass dieser Gottesdienst die Chance biete, im hektisch verlaufenden Schuljahr eine Pause einzulegen, um den Weg des Einzelnen am Wort Gottes und der Botschaft Jesu Christi neu auszurichten. Helfen könne beim Innehalten das Bild einer Mauer: Es steht – im wörtlichen und metaphorischen Sinne – für die vielen Mauern in unserem Leben, denen eine positive, aber auch negative Bedeutung zukommen kann.


Schülerinnen der Q 11, die das Wortfeld „Mauer“ untersucht hatten, stellten dann ihre Ergebnisse vor: Sie sprachen zunächst von historisch bedeutsamen Mauern; Synonyme für Mauern wurden dann angeführt und entsprechende metaphorische Begriffe und Redewendungen vorgetragen.

Mauern gehen einher mit Situationen der Bedrohung und Bedrohtheit; sie stehen für Schutz, Abwehr, Abgrenzung sowie Ausgrenzung. Die Mauer markiert etwas Festes, Hartes, kaum Überwindbares im Leben. Mauern finden sich im Bewusstsein, im Wahrnehmen, Denken, Fühlen, die aufgebaut bzw. abgebaut oder eingeebnet werden können.

In den Kyrie-Rufen ging Herr Pfarrer Soellner auf biblische Situationen ein, in denen Menschen von Mauern, die sie von anderen trennten oder ihnen den Weg zu sich selbst, zu anderen und auch zu Gott versperrten, befreit wurden.

Im Rahmen einer Meditation entfaltete Herr Dr. Schmelter das Bild einer großen grauen Mauer. Als Fazit wurden Mauern des Schweigens, Mauern der Schuld, Mauern der Enttäuschung und Mauern verweigerter Vergebung meditativ in den Blick genommen:

„Diese Mauern lassen uns leiden. Es braucht jemanden, der den Mut hat, über solche Mauern zu springen und damit den ersten Schritt auf den anderen zuzugehen“.

Nach der Meditationsmusik trug Herr Dr. Schmelter eine Perikope aus dem Lukas-Evangelium vor, die von Jesus erzählte, der in der Synagoge aus dem Buch Jesaja vorgelesen hatte. In dieser Perikope wird die Befreiung des Menschen aus seinen mannigfaltigen Fesseln thematisiert.

In seinen Predigtgedanken zeigte Herr Pfarrer Soellner anschaulich am Beispiel des Zöllners Zachäus auf, dass die Orientierung an Jesus die Augen öffnet und damit gewissermaßen Mauern der Eingrenzung und Abgrenzung zum Einsturz bringen kann.

Die von Herrn Dr. Schmelter vorgetragene Besinnung fragte nach den Mauern, die jeder Einzelne um sich herum aufgebaut habe, um auch die  Aufforderung Jesu an den Einzelnen, Liebe und Barmherzigkeit sowie Vertrauen und Umkehr zu leben, nicht in die Tat umsetzen zu müssen.

Das allgemeine Schuldbekenntnis schloss sich an.

Die Gnadenzusage Jesu wurde von Herrn Pfarrer Soellner herausgestellt:

„Gott hat uns seine vergebende Liebe gezeigt – in Jesus, der für uns gelebt und für uns sein Leben hingegeben hat. Und so spreche ich im Namen Jesu allen, die das für sich wollen, zu: ‚Dir sind Deine Sünden vergeben. Friede sei mit dir!‘“

Anschließend folgten die Fürbitten, die von fünf Schülerinnen der Q 11 vorgetragen wurden. So lautete die fünfte Fürbitte: „Wir beten für uns alle, die wir tagtäglich Mauern jeder Art zu überwinden haben. Gott, unser Vater, kreuze unsere Wege durch diese Welt mit deinem Geist der Hoffnung, damit wir fähig werden, zu unserer Schuld zu stehen und umzukehren, so dass wir sagen können: ‚Mit meinem Gott überspringe ich Mauern‘.“

Das Vater unser und das Segensgebet schlossen diesen ökumenischen Bußgottesdienst ab.

Als Lied zum Abschluss wurde gesungen: „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt“.

Im Namen aller Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesucher darf ich mich bei Herrn Kutscher ganz herzlich für die musikalische Begleitung bedanken.

Dr. Jürgen Schmelter