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Junge Damen beim „Alten Peter“ - Ausflug der MINI-AG in die Pfarrei Sankt Peter

Am Freitag, den 14. Juli begannen wir, die 18 Minis mit unserem AG-Leiter, Herrn Bauer, und Frau Berreiter unseren diesjährigen Ausflug zur ältesten Pfarrei Münchens, Sankt Peter, zunächst mit dem Besteigen der 306 Stufen des „Alten Peters“, des bekannten Glockenturms der Pfarrkirche.

Wir konnten die wunderbare Aussicht von oben auf ganz München mit all seinen prächtigen Kirchen und nicht zuletzt der Blick auf den Münchner Frauendom bei herrlichem Wetter genießen. Zur Belohnung für unsere  Ministrantendienste und als Erfrischung nach dem doch etwas anstrengenden Auf- und Abstieg spendierte Herr Bauer uns allen zwei Kugeln Eis.

 

Nach der „Mini-Pause“ trafen wir uns mit dem Mesner in der Kirche und begannen unsere Führung. Zunächst zeigte er uns den Marienaltar, dessen Bestandteil ein sehr schönes, dem Bildnis der Passauer Mariahilf-Kirche nachempfundenes Marienbild ist.

Danach folgten wir dem Mesner in den Altarraum. Dort erklärte er uns, dass in Sankt Peter noch alles sehr traditionell gehalten wird. So gibt es dort auch keinen Volksaltar, weshalb die Priester die Heilige Messe nach wie vor mit dem Blick nach Osten, der als Symbol für den wiederkehrenden Christus steht, zelebrieren, teilweise sogar in Latein. Umso beeindruckender war jedoch der mit reichlich Gold und überlebensgroßen Statuen verschiedener Heiliger geschmückte Hochaltar. Der durch seine Tiara hervorstechende Namenspatron der Kirche, der Heilige Petrus, war besonders beeindruckend. Der Mesner erzählte auch, dass die Kirche Sankt Peter die letzte sei, die noch sogenannte Papstkrönungen durchführe. Immer wenn ein Papst sterbe oder zurücktrete, werde der Statue die Tiara während der Zeit ohne Papst abgenommen. Nach dem erfolgreichen Konklave werde sie in einer feierlichen Messe wieder aufgesetzt, der Papst also erneut gekrönt.

Weiter meinte der Mesner, dass Sankt Peter durch seine Innenstadtlage eher wenige ortsansässige Gemeindemitglieder hätte, die aufrechterhaltenen Traditionen jedoch von teilweise außerhalb Münchens anreisende Besucher eines - wie er sagte -  ganz bestimmten Publikums und Klientel anzögen. Aus demselben Grund und dem Umstand heraus, dass in Sankt Peter trotz einer Probezeit vor einigen Jahren keine Mädchen ministrieren dürfen, gebe es zudem nur wenige Ministranten. Der zweite Grund sorgte am Ende der Führung für eine kleine Diskussion. Letztlich behielt der Mesner wohl recht, als er meinte, dass auch ihre Pfarrei ihre Existenzberechtigung hätte und auch so angenommen werden sollte, wie sie sei, denn schließlich versuchten sie umgekehrt auch niemanden von ihren Vorstellungen zu überreden bzw. diese aufzuzwingen.

Als nächstes lenkte der Mesner unseren Blick auf die wunderschöne Orgel, die mit ihren über 4000 Pfeifen einen einzigartigen Klang erzeugt. Schließlich folgten wir ihm in die Sakristeien, wo er uns einige ganz besondere Priestergewänder zeigte, welche zum Teil mehrere Jahrzehnte alt und mit echten Goldeinsätzen verziert waren.

Der Höhepunkt der Führung war dann wohl der Besuch der Schatzkammer („vasa sacra“), in der wir viele beeindruckende Monstranzen, Reliquien und Kelche bestaunen konnten. Dazu erklärte uns der Mesner, dass früher Gottesdienste mit bis zu sechzig Geistlichen gefeiert wurden, weshalb durchaus alle dieser zahlreichen Kostbarkeiten zum Einsatz gekommen wären. Ein besonderes Stück war jedoch auch ein sehr unscheinbares Glas, welches zur Einweihung der nach dem Krieg neu aufgebauten Kirche vom Turm geworfen worden war, dieses jedoch wie durch ein Wunder unbeschadet überstanden hat und so einen Ehrenplatz in der Schatzkammer bekam.

Wir alle hatten bei der Führung sehr viel Spaß und konnten einige interessante Dinge über diese sehr besondere Pfarrei erfahren.
Zum Ausklang des Ausflugs saßen wir noch in einer gemütlichen Runde bei einem guten Mittagessen im „Hans im Glück“ beisammen.

Lisa Kukuk, Oberministrantin (Q 11)