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Frühschichten im Advent 2016

Am 29. November 2016 fand in der Institutskirche die erste Frühschicht im Advent 2016 statt. Sie stand unter dem Motto „Lichtsein im Dunkel“. Nicht wenige Schülerinnen hatten an diesem frühen Morgen in Begleitung ihrer Lehrkräfte den Weg in die Kirche gefunden.

Nach dem Lied „Beginne du all meine Tage“ schloss sich die Begrüßung der Schülerinnen und Lehrkräfte durch Herrn Dr. Schmelter an, der dann auch diese Meditation liturgisch im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes eröffnete.

Hingewiesen wurde auf die vor dem Kreuz aufgebaute Material: abgestorbenes, angefaultes, unansehnliches Bruchholz, das  brennende Kerzen und Lichterketten illuminierten.

Auf der einen Seite wurde dadurch auf alles das hingewiesen, das zur Zeit die Innenstädte beherrscht: Lichter, Lichterketten, Lichtergirlanden, geschmückt mit grünen Tannenzweigen und buntem Weihnachtsschmuck.

Aber gerade in der Advents- und Weihnachtszeit, die vom Wetter her von Dunkelheit, Kälte, Regen, Nebel und Nässe gekennzeichnet ist, wird uns oftmals bewusst, dass Konsumieren nicht alles sein kann, dass es außerhalb der ökonomischen Warenwelt noch die wahre Welt gibt.


Außerhalb des „Events Advent“ gibt es aber noch die religiös authentische Adventszeit: Hier finden sich Momente der Meditation und der Besinnung, die die Beziehung „GOTT und WIR“ in den Mittelpunkt stellen.

Herr Dr. Schmelter erläuterte, dass das vor dem Kreuz aufgeschichtete Bruchholz die vielen Bruchstellen im Leben des Menschen markiert:

Angesichts dieser Fülle von regionalen und globalen Krisenerscheinungen in der Welt, die exemplarisch vorgestellt wurden, kommt schon die Frage auf, wie man angesichts dieser Informationen noch Weihnachten mit ruhigem Gewissen feiern kann.

Die Erzählung „Licht in der Dunkelheit“, die anschließend vorgetragen wurde, versucht, darauf eine Antwort zu geben: Am Beispiel einer kleinen Spiegelscherbe veranschaulichte diese Erzählung nämlich Folgendes:

„Ich bin ein Bruchstück eines Spiegels, den ich in der ganzen Größe gar nicht kenne. Mit dem, was ich habe, kann ich Licht werfen auf die dunklen Stelle in den Herzen der Menschen: mit Wahrheit, Verständnis, Vertrauen, Zuneigung, Engagement … und vielleicht kann ich in manchem etwas ändern!“


Diese Thematik griff die sich anschließende Meditation noch einmal auf.

Herr Dr. Schmelter stellte dabei Folgendes heraus:

„Dieses Große, das das kleine Bruchstück widerspiegelt, ist für uns Christen der Glaube, dass jeder Mensch die Fähigkeit besitzt, die Liebe Gottes widerzuspiegeln und weiterzugeben.

Mit dem, was ich habe, kann ich Licht werfen auf die dunklen Seiten im Leben der Menschen.“

Bei leiser, meditativer Orgelmusik konnten die Schülerinnen und Lehrkräfte über diese Erzählung und ihre Weiterführung nachdenken.

Im Rahmen des Korbiniansfestes in Freising hat in gewisser Weise auch unserer Erzbischof Kardinal Marx zur Interpretation dieser Erzählung etwas beisteuern können, stellte er doch Folgendes fest:

„Angesichts der krisenhafteren, unruhigeren politischen Situationen weltweit wird das Zeugnis der Christen, ihr Beispiel der Liebe, der Solidarität und Offenheit, umso wichtiger.“

Theologisch können wir diese Haltungen auch als Barmherzigkeit definieren. Und nach Kardinal Marx gilt gerade für alle Christen: „Barmherzigkeit ist der Name Gottes!“

Unsere Aufgabe ist es, diesen Namen Gottes sowohl im individuellen, persönlichen Lebensbereich als auch im sozialethischen, politischen Lebensbereich als Lichtpunkt in der Welt wirken zu lassen, gemäß dem Motto: „Lichtsein im Dunkel“, so dass wir gerade auch im Angesichts des Dunklen Weihnachten feiern dürfen.


Das Segensgebet und das Schlusslied „Du bist das Licht der Welt“ schlossen diese erste Frühschicht im Advent 2016 ab.

Auch die Frühschichten am 07.12. und am 15.12.2016 werden dieses Motto entfalten.

Dr. Jürgen Schmelter