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Theatertag 2016 – POESIE UND MAGIE

Die Schülerinnen des Erzbischöflichen Maria-Ward-Gymnasiums Nymphenburg konnten am 2. Theatertag, der am 25.07.2016 stattfand, viele Eindrücke sammeln: die Autorin Carola Wegerle las aus ihrem Kinderbuch „Luisas Chance“, Jürgen („Magic“) March begeisterte durch seine Kunst der Mentalzauberei und Poetry-Slam-Künstlerin Franziska Ruprecht trug mit Musik unterlegte Gedichte vor.

Doch die reine Rezeption bringt noch keinen Lernfortschritt. Diesen ermöglichte erst Franziska Ruprecht mit ihrer Aufforderung an jede einzelne Schülerin, selbst tätig zu werden, die Umwelt wahrzunehmen, eigene Gedanken zu reflektieren, kurze Texte zu erstellen, einen gelungenen Vortrag einzuüben und diesen vor einem ungewohnt großen Publikum vorzutragen.

Dieser 25.07. war für viele Schülerinnen sicher ein Tag, der von großer Unsicherheit begleitet war – war es doch der erste Schultag nach dem Amoklauf im OEZ. Viele Mädchen hatten das Geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe entweder in den Medien verfolgt oder auch direkt den Polizeieinsatz und die Rettungsaktion mitbekommen. Viele haben Freunde, Verwandte oder Bekannte, die sich in dem Einkaufszentrum befanden; viele waren vielleicht kurz vorher noch in dem Gebäude.

In dieser Situation der Unsicherheit, in der sich viele Mädchen befanden, bot dieses sehr offene Format des Gedichteschreibens den Schülerinnen die Möglichkeit der Selbstreflexion, des In-Sich-Hineinhorchens und des aktiven und kontrollierten Umgangs mit eigenen Gedanken und Gefühlen. Manche wollten ihren Ängsten eine Stimme geben und schrieben entsprechende Texte, manche hielten mit ihren Reflexionen an der Normalität, an den schönen Dingen, die ihr Leben ausmachen, fest – andere wiederum wollten nur zuhören. Diese Wahlfreiheit in einer Gruppe ermöglichte den Schülerinnen zwei sehr wichtige Erfahrungen: Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft.

Begonnen wurde der Theatertag mit jeweiligen Einstimmungen von Frau Rita Elsner und Herrn Pfarrer Gottfried Söllner und einer Schweigeminute zum Gedenken der Opfer.

So stand der Theatertag zwar unter dem Eindruck dieser schrecklichen Tat, konnte aber vielleicht doch einen kleinen Beitrag zur Auseinandersetzung, zum Nachdenken und Innehalten leisten.

Mein Dank geht an die Schülerinnen, die so aktiv und diszipliniert an diesem Tag teilgenommen haben, an meine Teilnehmerinnen des Oberstufenkurses „Theater und Film“ und des Wahlfaches „Dramatisches Gestalten“, die mich tatkräftig bei der Organisation unterstützt haben, an die verschiedenen Fotografinnen, an die Kolleginnen und Kollegen, die die Mädchen begleitet und ermutigt haben, selbst aktiv zu werden, und an die Schulleitung, die diesen Tag ermöglicht hat.

Dunja Müller, OStRin i.K.