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„Bühne, Bretter, die die innere Welt verändern“
(Manfred Hinrich, 1926-2015, Philosoph, Philologe und Kinderbuchautor)

Erster Theatertag am Erzbischöflichen Maria-Ward-Gymnasium Nymphenburg

 „Bühne, Bretter, die die innere Welt verändern.“ – ein Zitat des diesjährig verstorbenen Manfred Hinrich. Ich glaube, dass dieses Zitat sehr gut beschreibt, was wir mit unserem Theatertag am Ende des Schuljahres erreichen wollten und hoffentlich letztendlich auch erreicht haben – die „innere Welt“ der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu verändern, und zwar in vielerlei Hinsicht.

Konzentration, Merkfähigkeit, Kreativität, Mut und schließlich auch Teamwork waren in der Unter- und Mittelstufe gefragt, als es darum ging, eine kleine gemeinsame Inszenierung auf die Bühne zu bringen. Es erfordert sehr viel soziale Kompetenz, sich in der Findungsphase des Stücks zwar einzubringen, aber doch auch anderen Vorschlägen zuzuhören und diese in ein gemeinsames Projekt münden zu lassen. Und natürlich ist die Schule bis zu einem gewissen Grad ein Schonraum, in dem Kinder und Jugendliche sich ausprobieren sollen, doch dieser Gedanke ist sicher nicht präsent, wenn es darum geht, eine Rolle überzeugend zu präsentieren, zumal es sich ja um die kritischen Augen von Mitschülerinnen und Lehrkräften handelt. Und gerade diese Anstrengungsbereitschaft, das Bemühen um Qualität, die Auseinandersetzung mit Problemen der Gegenwart und literarischen Vorlagen, vielleicht auch das Entstehen eines individuellen Interesses für Kunst, das hoffentlich viele Schülerinnen ein Leben lang begleitet, sind Faktoren, die zwar im Schonraum Schule erprobt werden können, doch – und da bin ich mir sicher – bei allen uns Schülerinnen weit über die Schulzeit hinaus in Erinnerung bleiben werden –die „innere Welt“ hat sich somit verändert.

 

Die „innere Welt“ der Oberstufenschülerinnen sollte durch eine Lesung des Dichters Nevfel Cumart berührt werden. Gerade in dem Spannungsfeld, in dem sich unsere westliche Welt gerade befindet, ist es wichtig, fremde Kulturen zu  vermitteln und einen Blick über den Tellerrand zu ermöglichen. Dies hat Cumart auf vielfältige Weise geschafft: er vermittelte einen Einblick in die Kultur des Islam, die Probleme eines Menschen fremder Herkunft in Deutschland und die großartigen Möglichkeiten der Literatur, Problemen zu begegnen und gleichzeitig Ästhetisches zu schaffen. Verschiedene Werke des Trägers des Bundesverdienstkreuzes finden sich in unserer Schülerbibliothek.

Auch im Namen von Frau Rundel, die den Tag mit mir zusammen organisiert hat, aber leider nicht mehr am Maria-Ward-Gymnasium unterrichtet, möchte ich mich bei allen bedanken, die diesen Tag möglich gemacht haben – bei der Schulleitung, den Kollegen, dem Catering, den Eltern, die Texte abgefragt und Mut zugesprochen haben, und nicht zuletzt bei den engagierten Schülerinnen!

Dunja Müller