Ökumenischer Bußgottesdienst: „Einander ertragen und in Liebe annehmen“

Am Dienstag, den 17. November 2015, fanden auch in diesem Jahr drei ökumenische Bußgottesdienste – über den Vormittag verteilt – in unserer Institutskirche statt, und zwar für Schülerinnen der Jahrgangsstufen (5) und (6); der Jahrgangsstufen (7), (8) und (9) sowie für die Jahrgangsstufen (10), (11) und (12). Im Folgenden wird der Gottesdienst für die letztgenannten Jahrgangsstufen vorgestellt.

Nach der Begrüßung und der liturgischen Eröffnung des ökumenischen Bußgottesdienstes stellte Herr Dr. Schmelter das Motto dieser Feier heraus: „Einander ertragen und in Liebe annehmen“.

Der Hinweis auf die Tatsache, dass seit dem letzten gemeinsam gefeierten ökumenischen Bußgottesdienst bereits zwölf Monate vergangen waren, wurde mit den Worten unterstrichen, dass man in der Zwischenzeit „einen großen Schluck aus der Flasche mit der Aufschrift ‚Zeit’ genommen“ habe.

Im Zusammenhang mit der oben angeführten Redewendung wurde die Wutrede des ehemaligen Trainers des FC Bayern München, Giovanni Trappatoni, in Erinnerung gerufen: „In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie Flasche leer“!

„Flasche“ stellt aber nicht erst seit dieser Wutrede ein Schimpfwort für „Versager“ dar. Dabei kommt aber der Flasche in unserem Alltagsleben
eine höchst wichtige Bedeutung zu. Die Flasche als Symbol begleitete daher in dieser gottesdienstlichen Feier die Schülerinnen und Lehrkräfte bei der Frage, „was wir sind, wie wir uns selbst sehen und mit anderen umgehen“.

Das von Herrn Pfarrer Soellner vorgetragene Kyrie nahm auf die Tatsache Bezug, dass wir Menschen nicht immer den richtigen Weg einschlagen. Das im Anschluss von Herrn Dr. Schmelter gesprochene Gebet hob hervor, dass wir Menschen als Abbild Gottes geschaffen worden sind und dass uns Gott eine große Würde gegeben hat: „Lasst uns diese Würde erkennen und einander so begegnen, dass wir deinem Geist gemäß handeln!“

Die anschließende Meditation bot die Gelegenheit, einigen Gedanken nachzugehen, die sich um das Symbol der Flasche drehten. Hier wurde beispielsweise in den Blick genommen, dass es letztlich auf den Inhalt einer Flasche ankommt. So hieß es hier:

„Doch wie steht es bei uns? Ist bei uns drin, was drauf steht? Bei uns steht, freilich unsichtbar, ‚Christ’ auf dem Etikett. Ist aber auch ein Christ drin? Es wäre gut, wenn wir den Menschen reinen Wein einschenkten,
wenn ein unvermischter Christ in uns steckte!“

Diese Meditation wurde durch zwei Stücke, die Frau Zeilinger auf der Orgel spielte, abgeschlossen.

Die von Herrn Pfarrer Soellner vorgetragenen Predigtgedanken, die auf die im Römerbrief zu findende Weisung „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat“ Bezug nahm, entfaltete anhand des Symbols der Flasche die Aufgabe des Christen, die ihm von Gott in Jesus Christus entgegengebrachte Liebe an den Mitmenschen, der ebenfalls ein Abbild Gottes darstellt, weiterzugeben.

Herr Dr. Schmelter trug im Anschluss den „Text zur Besinnung“ und das „Schuldbekenntnis“ vor; Herr Pfarrer Soellner entfaltete dann die „Gnadenzusage“, in der es hieß:

„Gott hat uns seine vergebende Liebe gezeigt – in Jesus, der für uns gelebt und für uns sein Leben hingegeben hat. Und so spreche ich im Namen Jesu allen, die das wollen, zu: ‚Dir sind deine Sünden vergeben. Friede sei mit dir!’“

In die fünf Fürbitten wurden auch die terroristischen Attentate in Paris, die die ganze Welt nach wie vor erschüttern, einbezogen. So wurde gebetet:

„Du guter, uns tragender Gott, kreuze du unsere Wege durch diese Welt, mit dem Geist der Ermutigung und Bestärkung angesichts unserer Erschütterung über die grausamen und menschenverachtenden terroristischen Attentate in Paris. Lass’ nicht zu, dass wir verzweifeln und den Glauben an Liberté, Egalité und Fraternité verlieren, sondern stärke uns vielmehr in unseren Bemühungen um die weltweite Durchsetzung der Menschenwürde und Menschenrechte!“

Das gemeinsam gesprochene Vater unser und das Segensgebet schlossen diesen ökumenischen Bußgottesdienst ab.
Als Schlusslied wurde gesungen: „Gehet nicht auf in den Sorgen dieser Welt“.

Dr. Jürgen Schmelter