Besuch der Mini-AG beim Münchner Domzeremoniar

In der Domsakristei begann für die Ministrantinnen der neuen Mini-AG am 11.7.2016 eine spannende Führung durch den Münchner Dom, die uns Orte der Kirche zeigen sollte, welche man als „normaler“ Tourist nicht zu sehen bekommt.

Es war keine langweilige Kirchenführung, wie jeder sie kennt, mit den gewöhnlichen Geschichten der Frauenkirche und Jahreszahlen, die man sich ohnehin nicht alle merken kann. Nur eine Jahreszahl sollte man sich merken, das Jahr 1494, das Einweihungsjahr der Frauenkirche. Der Domzeremoniar und Diakon, Herr Stürber zeigte uns in der Sakristei, unserer ersten Station, nicht nur ein besonders prachtvolles, aber auch 18kg schweres Evangeliar, sondern auch viele verschiedene Messgewänder. Darunter auch ein grünes Messgewand von Papst Benedikt XVI., das er im Jahre 2006 während einer Heiligen Messe in München trug. Wir erfuhren außerdem, dass der Dom nicht wie gewöhnlich einen Priester hat, sondern 12 Domkapitulare – in Anlehnung an die 12 Apostel.

Doch wusstet Ihr, dass die Frauenkirche ein eigenes Tonstudio hat? Es liegt neben dem Vorbereitungsraum der Ministranten im Untergeschoss und wir durften sogar einen kleinen Blick hineinwerfen. Es ist ausgestattet mit vielen Computern und Servern für die Aufzeichnungen der Bischofsmessen, die im Internet live gestreamt werden.

In der Sakramentskapelle hielten wir kurz inne, um gemeinsam das „Vater unser“ zu beten, bevor Herr Stürber extra für uns die aus dem Mittelalter stammende  Automatikuhr spielen ließ, die normalerweise immer um 12:10 Uhr spielt, also nach dem Mittagsgebet. Bei dieser Uhr bewegen sich nicht nur die Zeiger, sondern auch Figuren, wie z.B. die Flügel eines Hahnes an der Spitze der Uhr.

Die Krypta war zunächst nicht so besonders aufregend, da diese für jeden Besucher zugänglich ist. Interessant und etwas gruselig wurde es dann aber in einem abgesperrten Raum bzw. Gang, in dem sich viele Gräber in der Wand befinden. Viele von ihnen sind schon so alt, dass man die Inschriften der Grabsteine kaum noch lesen kann.

In einer der vielen Nebenkapellen des Doms besichtigten wir die Reliquien des heiligen Benno, der Schutzpatron Bayerns und der Stadt München ist.
In einer weiteren Nebenkapelle durften wir den Unterschied zwischen dem Chrisamöl,  das für die Taufe und Firmung benötigt wird und nach Olivenöl riecht, dem Katechumenenöl, das nach Zitrone riecht, und dem Öl für die Krankensalbung, das nach Zimt riecht, entdecken.

Im Altarraum zeigte uns der Domzeremoniar, an welchen Plätzen die Priester, Diakone,  Ministranten und natürlich der Erzbischof, Kardinal Marx, während der Messe sitzen.

Der absolute Höhepunkt kam zum Schluss, als wir die Stufen zur Orgel erklommen. Die Frauenkirche besitzt zwei Orgeln, eine kleine und eine große Hauptorgel. Beide kann man vom selben Platz aus spielen. Herr Stürber zeigte uns sein Talent und  ließ die 7.165 Orgelpfeifen für uns erklingen. Die Domorgel klingt imposant und brachte uns alle mit ihren vielen Extrafunktionen, wie z.B. Zimbelsternen, Trompeten oder Glockentönen zum Staunen. Nur das Singen müssen wir noch etwas üben, bis wir mit dem 300-köpfigen Chor des Doms mithalten können.

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass es ein toller und keinesfalls langweiliger Ausflug war. Unser aller Dank gilt dem Domzeremoniar, Herrn Stürber, der uns trotz großer Hitze einen unvergesslichen Nachmittag bereitete. Nun haben wir alle einen viel persönlicheren Bezug zu unserer „Mutterkirche“ des Erzbistums München und Freising. Auch möchten wir uns sehr bei Herrn Bauer und Frau Meier bedanken, die uns diesen Ausflug ermöglicht und uns begleitet haben.

Carina Kraus, Lena Blume (G9b)