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Maria-Ward-Gottesdienst
„Afrika“ – miteinander leben – das Leben teilen“

Einführende Gedanken

„Afrika“ – miteinander leben – das Leben teilen“, so lautet das Thema unserer diesjährigen Maria-Ward-Woche. Unser Blick ist auf die Menschen in und aus „Afrika“ gerichtet. Afrika, ein Teil der Erde, der so reich an Farben, Lebensfreude, Ausgelassenheit ist, aber auch so arm an Lebensperspektiven.

„Bis zum Horizont ducken sich die Hütten in den Wüstensand – windschiefe, armselige Bauten, zusammengeschustert aus dem, was ihre Bewohner in der Not finden konnten: Steine, Lehm, Wellblechteile, zerfranste Plastikplanen. Schachbrettartig durchziehen Gassen das riesige Lager, in dem täglich neue Flüchtlinge aus Eritrea eintreffen. Sie fliehen vor den Folterknechten eines Terrorregimes, das die Menschenrechte mit Füßen tritt, religiöse Minderheiten verfolgt und Männer zu unbegrenztem Militärdienst zwingt. Eritrea gilt als das Nordkorea Afrikas, Flucht als Landesverrat. Die Grenzsoldaten schießen noch auf ihre Landsleute, wenn sie bereits äthiopischen Boden unter den Füßen haben“ heißt es in einem Kurzbericht über Eritrea.
Ein vermeintlich entfernter Krieg kommt aber nicht mehr nur über die Nachrichtenbilder zu uns ins Wohnzimmer. Sondern die betroffenen Menschen selbst stehen vor unserer Tür, und das in immer größerer Zahl. Sie wollen bei uns und mit uns leben.
Sind wir bereit und fähig dazu, sie an unserem Land, unserem Besitz an unserer Zeit Anteil haben zu lassen? Sie teilhaben zu lassen? Teilen - bekommen wir das wirklich hin?

Die Texte, Gedichte und Gebete des Gottesdienstes haben uns Gelegenheit gegeben über die Situation afrikanischer Flüchtlinge in und aus Afrika nachzudenken, über Widerstände, Menschen oder Dinge, die sich ihnen in den Weg stellen und auch unsere eigene Haltung zu hinterfragen:

Wusstet ihr schon?“ von Wilhelm Willms

Wusstet ihr schon, dass die Nähe eines Menschen gesund machen, krank machen, tot und lebendig machen kann?
Wusstet ihr schon, dass die Nähe eines Menschen gut machen, böse machen, traurig und froh machen kann?
Wusstet ihr schon, dass das Wegbleiben eines Menschen sterben lassen kann, dass das Kommen eines Menschen wieder leben lässt?
Wusste ihr schon, dass die Stimme eines Menschen einen anderen Menschen wieder aufhorchen lässt, der für alles taub war?
Wusstet ihr schon, dass das Wort oder das Tun eines Menschen einen wieder sehen machen kann, der nichts mehr sah, der keinen Sinn mehr sah in dieser Welt und in seinem Leben?
Wusstet ihr schon, dass das Zeithaben für einen Menschen mehr ist als Geld?
Wusstet ihr schon, dass das Anhören eines Menschen Wunder wirkt, dass das Wohlwollen Zinsen trägt, dass ein Vorschuss an Vertrauen hundertfach zurückkommt?
Wusstet ihr schon, dass Tun mehr ist als Reden?

Wir haben auch Hoffnung und Ermutigung für unser Tun aus dem Vorbild Maria Wards geschöpft: Sich für andere einsetzen, den Mut aufbringen, ein Unternehmen anzufangen, auch wenn man angesichts der Größe des Unterfangens zweifelt, ob es gelingen kann.
Das Evangelium und die Predigtgedanken unterstrichen diese Gedanken.

Mit Segensworten nach Uwe Seidel beschlossen wir unseren Gedenkgottesdienst.

Gott, segne deine Hände,
dass sie behutsam seien, dass sie halten können, ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne die Kraft, zu trösten und zu segnen.

Gott, segne deine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,
dass andere sich wohl fühlen können unter meinem
Blick.

Gott, segne deine Ohren,
dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen,
dass sie hellhörig seien für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.

Gott, segne deinen Mund,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe, was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
dass er Anvertrautes bewahre.

Gott, segne dein Herz,
dass es Wohnstatt sei deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Leid und Freude teilen kann.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Chorklassen G 6c und der Solistin Sifrina Haltmayr (G 10c) umrahmt.

Wir freuen uns, dass wir den Gottesdienst zum Gedenken an unsere Schulgründerin zusammen mit den Schwestern der Congregatio Jesu feiern durften.

Rita Elsner