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On y va!

Endlich geht’s los! Nach 5 Wochen erholsamen Ferien, die wir alle an verschiedenen Orten der Welt verbracht hatten, trafen wir uns nun am Flughafen, um unsere gemeinsame Reise nach Kanada zu starten.

Mit uns zusammen versammelten sich auch die Augsburger Schüler der Maria Ward und Maria Stern Schule, die genauso wie wir voller Vorfreude auf die 12-tägige Reise in den Flieger stiegen. Nach einer längeren Tauschaktion der Plätze war nun jeder mit seinem Sitzplatz zufrieden, auch wenn wir alle die Lehrer, die Business Class fliegen durften, ein bisschen beneideten. Der Kapitän hieß uns als Schülerinnen der Maria Ward Schule herzlich willkommen, bevor es dann hieß: „Cabin crew prepare for take-off“. Nach dem achteinhalb-stündigen Flug, der für den einen mehr, den anderen weniger anstrengend war, kamen wir aufgeregt, unsere kanadischen Austauschpartnerinnen gleich kennen zu lernen, in Montréal an. Diese Aufregung verflog aber, als sie uns am Flughafen herzlich in Empfang nahmen. Zusammen mit ihnen und ihren Familien verbrachte jede von uns den restlichen Abend, bevor wir müde vom Flug und der Zeitverschiebung ins Bett fielen.



Jour 1 – A l`école et danser le ‚Gum-Boot’

Nachdem wir um 8:15 Uhr in der „Villa Sainte Marcelline“ angekommen waren, stellten sich die verantwortlichen Lehrer vor und präsentierten das Programm der folgenden 11 Tage. Danach bildeten wir mit unserer Austauschpartnerinnen Gruppen und überlegten uns, wie man sich auf einem Austausch optimalerweise verhalten sollte, dass man beispielsweise während einer Führung nicht ständig auf das Handy schaut. Das veranschaulichten wir den anderen dann anhand von englisch-deutsch-französischen Sketchen. Nach einer kleinen aber feinen Snackpause beschäftigen wir uns mit deutschen und französischen Zungenbrechern. Es war für Deutsche wie Kanadier unglaublich lustig, den jeweils anderen bei „ Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid“ oder bei „Ces saucissons-ci sont si secs, qu’on ne sait si c’en sont.“ zuzuhören.



Anschließend bastelten wir mit den Kanadierinnen Sterne und Engel für deren kanadischen Weihnachtsmarkt und ließen uns dann das Mittagessen schmecken. Als letzter Programmpunkt stand der „Gum-Boot-Danse“ an: ein traditioneller Tanz, den man nur mit Gummistiefeln machen kann. Bei diesem Tanz muss man – wir können das alle bezeugen– sehr viel stampfen und klatschen; es macht aber wirklich Spaß. Damit war das offizielle Programm um 15:00 Uhr beendet, und wir gingen mit unseren Austauschpartnerinnen nach Hause. Wir ließen den Abend bei einer feierlichen Sweet Sixteen Party oder beim Nachtminigolfen ausklingen.



Jour 2 et 3 – « La fin de semaine » en famille

Das Wochenende hielt für jede von uns ein unterschiedliches Programm bereit: während die eine gerade eine Pizzapause beim Powershopping („Roots“ hatte im September 100%-ig ein Gewinn-Hoch) einlegte, flog die andere beim Zip-lining, das wie ein Flying Fox funktioniert, über den alten Hafen und genoss die atemberaubende Aussicht über die ganze Stadt, während wieder eine andere – wie es sich in Kanada zu dieser Jahreszeit gehört - gerade hoch oben auf einem Baum saß und  Äpfel pflückte.  Ein besonderes Highlight, das man am besten nachts bewundern kann, ist eine Ausstellung im botanischen Garten von Montréal,  wo einen chinesische Laternen in Form von Drachen, Tänzerinnen oder Fabelwesen in den fernen Osten führten. Bei diesem Programm – bei dem niemandem von uns langweilig wurde - vergaßen wir unseren Jetlag ganz schnell.

 


Jour 4 – A Montréal

Nachdem wir das  Wochenende mit unseren Gastfamilien verbracht hatten, trafen wir uns am Montag wieder alle zusammen in der Schule. Während einer kurzen Gesprächsrunde erzählte jede Schülerin, was sie am Wochenende erlebt hatte. Gleich danach machten wir uns auf den Weg zum Museum. Allerdings hatte es mittlerweile extrem stark angefangen zu regnen, weshalb wir alle komplett durchnässt  im Musée McCord ankamen. Dort teilten wir uns in vier Gruppen auf, zwei bekamen eine Führung über die Geschichte von Montréal in Englisch, die anderen in Französisch. Da es immer noch regnete, machten wir unsere Mittagspause in der „ville souterraine“, der unterirdischen Stadt, in die sich die Menschen vor allem im eiskalten Winter gerne flüchten. Nachmittags hörte es zum Glück auf zu regnen, weshalb die geplante Fotorallye durch die Altstadt starten konnte. Also teilten wir uns in Gruppen auf und machten uns auf den Weg zu den Sehenswürdigkeiten, die uns als Kulisse für Standbilder dienten. Nachdem alle Teams die Rallye abgeschlossen hatten, machten wir uns zusammen auf den Rückweg zur Schule, wo wir von unseren Austauschpartnerinnen abgeholt wurden und den restlichen Nachmittag in den Familien verbrachten.


Jour 5 – À Ottawa

Nach einer etwa zweistündigen Busfahrt kamen wir gespannt und schon voller Vorfreude auf ein neues Abenteuer in Ottawa an. Wir begannen unseren Tag mit dem Besuch des „Musée de la Civilisation“, das uns tolle Einblicke in die Historie Kanadas gewährte. Nicht nur die Ausstellungen sondern auch die Architektur des Museums sind sehr interessant. Die hohe und breite Glasfassade und das fließende Wasser um das Museum stellen die Gletscher im Norden Kanadas dar, der Teil der Fassade, der die Fenster von einander trennt ist geformt wie Paddel eines Kanus und wenn man innerhalb des Museums an die Decke schaut, sieht man, dass sie der Form eines Kanus gleicht. Doch um ehrlich zu sein, brauchte es auch erst unseren Führer um all diese Details zu erkennen und richtig zu deuten.
Nach einer ausführlichen Führung über die Geschichte Kanadas und dessen erste Einwohner, die sogenannten „premières nations“, genossen wir erst einmal die Sonne am Flussufer und den Blick auf das Parlament und die Alexandra Bridge. Nachdem wir dann neue Kraft getankt hatten, machten wir uns gemeinsam auf den Weg Richtung Parlament. Dort angekommen, wurden wir durch das alte, aber sehr interessante Gebäude geführt und erhielten tolle Einblicke!
Zum Schluss wurde dann noch der ByWard Market von uns angesteuert, wo wir uns  die restliche Zeit bis zur Rückfahrt nach Montréal vertrieben, in Geschäfte schauten oder BeaverTails, ein typisches kanadisches Gebäck, aßen.


Jour 6 – A l’école

Anderes Land, andere Leute, anderes Schulsystem! Und um dieses zu erkunden, begleiteten wir unsere Austauschpartnerin in den Unterricht. Verteilt in viele verschiedene Klassen und Jahrgangsstufen lauschten wir gespannt dem Unterrichtsgeschehen. Egal ob wir nur Fragen  über unsere Herkunft und unsere Kultur hier Deutschland beantworteten oder gleich eine kleine Mathe- Ex mitschrieben, wir wurden von den Schülerinnen sowie den Lehrern sofort mit einbezogen. Als dann der Pausengong die letzte Stunde beendete, war der Tag für uns aber noch nicht vorbei: Eine Museumsrallye stand auf dem Programm. Zusammen mit unseren Austauschpartnerinnen fuhren wir in das  "Musée des Beaux Arts". Aufgeteilt in kleine Teams beantworteten wir Fragen rund um die kanadische Kunst.  
Den Rest des Nachmittags ließen die einen mit einer kleinen Shoppingtour in Downtown, die anderen gemütlich daheim ausklingen. Abends fielen wir erfüllt von neu gesammelten Eindrücken müde ins Bett.


Jour 7 - A Québec

Der Donnerstag war vermutlich der anstrengendste Tag, denn um 07:15 Uhr standen wir in aller Frühe am Parkplatz des Oratoire. Fast 3 Stunden lang sind wir von Montreal aus per Reisebus nach Levis gefahren, wo wir mit einer Fähre den Saint Laurent überquerten. Auf der anderen Uferseite erwartete uns eine Führerin, die uns Vieux-Québec zeigte. Die Tour umschloss viele Häuser von besonderer Bedeutung, sowie atemberaubende Ausblicke auf den Saint Laurent. Unser letzter Halt war das Parlament von Québec. Dort holte unser Busfahrer uns ab und fuhr uns in ein Indianerreservat.
Nach der Ankunft und einer kleinen Einweisung erhielten wir ebenfalls eine Führung. Wir erfuhren, wie die Vorfahren in ihren Langhäusern gelebt hatten, welche Rituale sie hatten und wie sie ihre Krankheiten heilten. Anschließend gab es dann das ersehnte Essen: Bison-Würstchen mit Gemüse und Reis. Für die Vegetarier unter uns gab es nur Reis mit Gemüse. Als Nachspeise aßen wir Ahornsirupkuchen.
Kurze Zeit später saßen wir dann im Bus, und um 21:30 erreichten wir erschöpft, aber mit Vorfreude auf unser Bett das Oratoire, wo wir von unseren Familien abgeholt wurden.
Meiner Meinung nach haben das gelungene Programm und eine sympathische Führerin uns einen schönen Tag bereitet.


Jour 8 – Au Parc Oméga

Am Freitag trafen wir uns gegen 8 Uhr am Oratoire, um dort mit einem typisch gelben „American School Bus“ unsere Reise zum Parc Oméga anzutreten. Trotz 1 ½ Stunden abenteuerlicher Fahrt kamen alle wohlbehalten am Wildpark an. Schon nach wenigen Metern waren die ersten Tiere zu sehen und sofort wurden die zuvor erworbenen Karotten begeistert aus den Fenstern des Busses an die Tiere verfüttert. Beim Füttern der Hirsche und Rehe kam in allen Mädchen wieder das Kind zum Vorschein.  Nachdem Rehe, Wildschweine, Elche, Polarfüchse und Wölfe aus dem Bus gefüttert und fotografiert waren, legten wir einen kurzen Stopp ein um auszusteigen und Rehe und Hirsche zu füttern und  zu streicheln. Im Anschluss fuhr der Bus zurück zum Eingang. Auf dem Weg dorthin konnten wir sogar noch einen kurzen Blick auf die Bären werfen, die es sich bei strahlendem Sonnenschein auch nicht nehmen ließen aus ihren Höhlen zu kommen. Bevor wir die Rückreise nach Montreal antraten, aßen wir unseren liebevoll zubereiteten Lunch auf den Picknickbänken vor dem Wildpark. Gegen 15 Uhr trafen wir am Oratoire ein und wurden dort auch schon von unseren Austauschpartnerinnen empfangen, um im Anschluss eine Vielzahl von Aktivitäten mit diesen zu unternehmen. Meiner Meinung nach zählt der Besuch des Parc Oméga zu einem der Highlights des gesamten Austauschs, da alle viel Spaß hatten und es eine Erfahrung ist, an die man sich noch lange erinnern wird.



Jour 9 – Rabaska

Am Samstag den 19. September ging es für alle Deutschen mitsamt ihren kanadischen Austauschpartnerinnen auf einen letzten gemeinsamen Ausflug zum Kanu fahren. Wir trafen uns um 9:15 Uhr am Oratoire und machten uns mit drei typisch gelben Schulbussen auf den Weg zu den „Mille Iles“. Als wir dort ankamen, bekam jeder eine Schwimmweste und ein Paddel, und dann ging es auch schon los. Wir wurden in 12 Kanus aufgeteilt jeweils 10 „Mann“ pro Boot, nur unsere Führer hatten ihr eigenes Kajak. Die Stimmung war super in den Kanus, teilweise waren es richtige "Party- Boote". Es wurde gesungen und angefeuert, alle hatten viel Spaß. Die Tour dauerte insgesamt 2 Stunden. Anschließend waren alle sehr müde und konnten sich bei einem Picknick entspannen. Schließlich gab es noch ein Volleyballspiel,
 und dann machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause in unsere Gastfamilien und verbrachten unseren restlichen Tag dort. Dieser Ausflug war wunderschön und hat sich auf jeden Fall gelohnt! So sind alle noch ein bisschen mehr zusammen gewachsen. Eine tolle Erfahrung!


Jour 10 – Le dimanche en famille

Und jetzt stand  auch schon der letzte richtige Tage in Montréal an, bevor es wieder hieß: Abflug nach München. Diesen Tag genossen wir in unseren Familien. Die einen ging beispielsweise in ein typisches kanadisches Restaurant und probierten dort das wirklich sehr empfehlenswerte "Smoked Meat" und schlenderten danach noch durch die Innenstadt. Andere machten einen Spaziergang im Botanischen Garten und schauten sich dort die chinesische Laternenausstellung an. Jede Gastfamilie versuchte ihrem Münchner Mädl einen weiteren unvergesslichen Tag zu bescheren. Tja und dann hieß es auch schon wieder für den morgigen Abflug die ersten Sachen zusammen zu packen.


Jour 11 – L’Adieu

Von einem seltsamen Gefühl geweckt, starteten wir mit einem letzten Frühstück in unseren Gastfamilien in den Tag. „Hoffentlich passt alles in den Koffer und ich hab kein Übergewicht!!“ Das waren die größten Sorgen von uns Münchner Schülerinnen. Doch bevor wir uns für 7,5 Stunden in den Flieger nach München setzten, machten wir noch einen Spaziergang auf den "Mont Royal" mit seiner phantastischen Aussichtsplattform. Dort schossen wir noch viele Fotos mit der Skyline von  Montréal.  
Um die letzten Dollar noch ausgeben zu können, verbrachten wir unsere letzten Stunden auf der "Rue St. Catherine". Ja, und dann hieß es endgültig „Auf Wiedersehen bis zum Februar“ zu sagen. Nach etlichen Umarmungen stiegen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den Bus, der uns zum Flughafen brachte. Nach dem Check-in, der Sicherheitskontrolle, Boarding und dem 7,5 stündigen Flug kamen wir schließlich in München an. Dort warteten natürlich schon unsere Eltern und Freunde, um uns willkommen zu heißen.
Nur noch der Jetlag musste überwunden werden, aber das schafften wir, indem wir jedes einzelne Detail unserer wunderbaren, spannenden und erlebnisreichen Reise nach Kanada erzählten und darüber die Müdigkeit vergaßen.



An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich beim Förderverein unserer Schule, der uns einen großzügigen Zuschuss für die Finanzierung eines gemeinsamen Gastgeschenks gewährt hat.

Und schließlich sei auch den beiden Lehrerinnen, Frau Bunk und Frau Zehentmeier, für die Begleitung dieses Austauschs gedankt. Mit 26 Mädels in ein fremdes Land zu reisen, das bedeutet viel Verantwortung und Organisation. An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön.

Teresa Schwindack, Verena Seitz, Marie-Kristin Schmid, Isabel Hoelzl, Hannah Ziegler, Chiara und Géraldine Gerbert, Charlotte Geier