„Erwartung“ – Frühschichten im Advent 2015

Unter dem Motto „Erwartung“ finden im Advent 2015 drei Frühschichten statt, und zwar am Dienstag, 01.12.2015, Mittwoch, 09.12.2015, und am Donnerstag, 17.12.2015.

Von der ersten Frühschicht wird im Folgenden berichtet:

Nach der Begrüßung durch Herrn Dr. Schmelter, die auch im Namen der Schülerinnen der G 6b erfolgte, die in diese Frühschicht eingebunden waren, und der liturgischen Eröffnung dieser Meditation wurde auf die im dunklen Kirchenraum ausgelegten „Brotteppiche“ eingegangen: Auf schwarzen Tüchern waren in der Kirche Brotscheiben verschiedener Sorten und angezündete Teelichte positioniert worden, die im fast dunklen Kirchenraum eine besondere Wirkung erzielten.

Als Thema der Frühschicht wurde die Frage nach dem Zusammenhang zwischen BROT und ERWARTUNG in den Mittelpunkt gestellt: Brot bedeutet nämlich mehr als das Grundnahrungsmittel, das wir täglich zu uns nehmen.

Brot steht als Symbol für alles, was wir selbst zum Leben brauchen und anderen zum Leben schenken können, damit wir uns als Menschen überhaupt entfalten können.

Und die Menschheitsgeschichte zeigt, dass Menschen immer schon wussten, was für sie als Menschen lebenswichtig ist. Dieses Wissen haben sie von Generation zu Generation als lebendige Erzählung weitergegeben, bis man es dann eines Tages aufgeschrieben hat.

Das gilt bekanntlich auch für unsere Bibel, die uns wichtige BROTWORTE herausstellt. Diese wurden von fünf Schülerinnen der G 6b  vom Ambo aus vorgetragen:

1. Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens (Johannes 6,35);
2. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein (Matthäus 4,4);
3. Brich mit dem Hungrigen Dein Brot (Jesaja 58,7);
4. Du, Gott, lässt Brot aus der Erde hervorgehen, dass es des Menschen Herz stärke (Psalm 104);
5. Unser tägliches Brot gib uns heute (Matthäus 6,11).

Im Anschluss daran wurde das Märchen „Die Waage des Königs“ vorgelesen, das die Besucherinnen und Besucher dieser Frühschicht, während sie leiser Meditationsmusik zuhörten, reflektieren konnten.

Es folgte unter Bezugnahme auf das zuvor gehörte Märchen die Entfaltung des Zusammenhangs zwischen dem „BROT DES LEBENS“ und der „ERWARTUNG“:

„Brot ist Leben. Wer Brot teilt, stillt den Hunger und verhilft zum Leben. Wir erwarten, dass auch mit uns das Brot geteilt wird, so wie andere sich darauf verlassen, dass wir unser Brot mit ihnen teilen“. 

„Brot ist Liebe. Wer Brot teilt, nimmt den anderen so an, wie er ist, und teilt sich ihm mit. Wir erwarten, dass auch wir von anderen angenommen werden, so wie sie darauf hoffen können, dass wir sie vorbehaltlos annehmen.“

„Brot ist Einheit. Durch das Teilen des einen Brotes wachsen wir zusammen und werden eine Gemeinschaft. Wir alle erwarten, dass wir als Teil der Gemeinschaft angenommen und aufgenommen werden.“

Als vor Christus versammelte Gemeinschaft sprachen die Besucherinnen und Besucher der ersten Frühschicht das Vater unser.

Im abschließenden Gebet wurde darauf hingewiesen, dass gerade das Wort, das uns von einem anderen Menschen zukommt, zum täglichen Brot gehört. In diesem Sinne müssen alle Menschen als „Brotexistenzen“ bezeichnet werden.

Mit der Segensbitte und dem Lied „Wenn das Brot, das wir teilen“ endete diese erste Frühschicht im Advent 2015.

Dr. Jürgen Schmelter