„Püppchen“

Am 16. April 2015 wurde für alle 6. Klassen von zwei Schauspielerinnen in unserer Aula das Theaterstück „Püppchen“  aufgeführt. Dabei schlüpften die Theaterpädagoginnen immer wieder in verschiedene Rollen. Das Stück handelte von Magersucht und Bulimie.

Es ging um Shirin und ihre „beste“ Freundin Lena.

Es ging aber auch um die beiden Mütter. Shirins Mutter war sehr hilfsbereit und wollte ihre Tochter mit allen Mitteln verwöhnen. Lenas Mutter hingegen war sehr beschäftigt und kümmerte sich kaum um ihre Tochter. Sie gab ihr lediglich Aufgaben im Haushalt und verplante, ohne sie zu fragen, ihre Freizeit.

In der Schule schrieb Shirin immer gute Noten, und sie trieb sehr viel Sport. Um weniger Fett zu essen, wurde Shirin Veganerin. Ihr Pausenbrot verschenkte sie immer in der Schule, damit sie es nicht essen musste. Lena war eifersüchtig auf Shirin, da diese in allem besser war sie.

Zusätzlich ging es noch um Simon und Thorsten.

Die beiden Jungen trafen sich oft im Chill-Out, einem Treffpunkt für Jugendliche. Sie unterhielten sich über Shirin. Thorsten fand, dass sich Shirin ziemlich verändert habe und sehr dünn geworden sei. Jetzt sei sie immer beleidigt und würde wütend, wenn sie jemand auf Ihren Körper anspräche.

Als Lena wieder einmal bei sich zu Hause ankam, hatte ihre Mutter gleich wieder Hausarbeit für sie und sie durfte sich nicht mit Shirin treffen.
Traurig kaufte sie sich Unmengen von Süßigkeiten und Chips und aß alles auf einmal auf. Um nicht dick zu werden, erbrach sie alles wieder. Und das nicht zum ersten Mal. Lena wusste, dass sie mit jemandem über Ihre Probleme reden musste.

Am nächsten Tag fing Lena im Chill-Out an, Shirin von ihren Problemen zu erzählen. Dass sie von ihren Eltern nicht ernst genommen werden würde. Dass es in der Schule nicht so gut liefe. Dass sie alle so behandeln, als wäre sie ein Püppchen!

Da fing Shirin an, Lena zu erzählen, dass sie genau wie sie Probleme hätte. Dass ihre Mutter sich so sehr um sie kümmere, dass sie fast nichts mehr alleine machen könne. Dass sie sich immer noch zu dick fände und dass alle ihr sagen würden, dass sie dünn genug sei. Dass jeder etwas von ihr wolle und dass sie das nicht mehr schaffe.

Am Ende kam Lena noch einmal auf die Bühne und erzählte, dass sie mit ihren Problemen zum coolsten Lehrer an der Schule gegangen sei. Dieser hätte dann mit ihren Eltern gesprochen. Daraufhin hat sich Lena mit Unterstützung der Eltern in Behandlung gegeben.

Was mit Shirin weiter passierte, wurde nicht gesagt. In der Nachbereitung des Stücks wurden wir Mädchen gefragt, was wir denken würden, wie die Geschichte von Shirin ausgegangen sei.

Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, in der verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt wurden.
Im weiteren Gespräch überlegten wir, wie wir Situationen, in denen Lena und Shirin steckten, vermeiden könnten. Dabei kamen wir auf die unterschiedlichsten Ideen, die dann in der Klasse diskutiert wurden.

In der zweiten Stunde der Nachbereitung zeichneten wir dann einen sogenannten Lebenstank, der Ein- und Ausgänge hatte.
Zuerst sammelten wir Bedürfnisse und Gefühle, die für jeden einzelnen wichtig sind, damit es mir gut geht. Diese wurden in den Lebenstank eingetragen.
Einige Ausgänge des Tanks waren jedoch verschlossen. Wir überlegten, wodurch solche Ausgänge verschlossen werden würden. Gleichzeitig fragten wir uns aber auch, wie und wodurch denn Energie in den Lebenstank fließen könne. Als Antworten kamen da z.B. Freunde, Familie, Hobbies, Musik hören, Shoppen, Essen, Fernsehen.

Insgesamt war das Projekt sehr interessant und wir lernten u.a., uns richtig zu verhalten.

Smilla Böttner, Laura Mies, 6d