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Maria-Ward-Gottesdienst
„Mary meets Malala“

„Starke Frauen braucht die Welt“ – Unter diesem Motto stand unsere diesjährige Maria-Ward-Woche. Besonders in den Blick haben wir dabei die Länder Indien, Pakistan und Afghanistan genommen.

  


Starke Frauen ecken aber immer noch oft an – man versucht sie mundtot zu machen, ihren Willen zu brechen – das, was sie anstreben und erreicht haben, klein zu reden. 

Maria Ward hat diese Erfahrungen ihr ganzes Erwachsenenleben lang machen müssen. Viele Frauen heute erleben es immer noch.

„Frauen sind schwach; sie können Gott nicht erkennen; sie sind nicht in der Lage, sich für das Heil der Nächsten einzusetzen; wenn sie doch etwas Derartiges beginnen, so erlahmt der erste Eifer rasch“

Aufgrund aller Arten von naturgegebenen Gründen sollte nahezu kein Mädchen zu irgendeiner Art Universität gehen. […] Dass Mädchen die Universität nicht besuchen sollten, ergibt sich aus der Natur der Universität und der Natur der Mädchen. Echte Universitäten stehen für Ideen / Gedanken, Ideen sind nichts für richtige Mädchen, demzufolge sind echte Universitäten nichts für richtige Mädchen.“

Das erste Zitat spiegelt das gängige Urteil über Frauen im 17. Jahrhundert.
Das zweite Zitat stammt von Richard Williamson aus dem Jahr 2001. (Quelle)

Doch damals wie heute lassen sich starke Frauen von derartigen Widerständen nicht entmutigen. Maria Ward sagte dazu:

„Bis jetzt wurde uns von Männern gesagt, wir müssten glauben. Es ist wahr, wir müssen es. Aber lasst uns klug sein und wissen, was wir zu glauben haben und was nicht, und uns nicht glauben machen, dass wir nichts tun können. – Das innere Feuer hat seinen Ort nicht in den Gefühlen, sondern in der Entschiedenheit, das Gute zu tun. Diese können Frauen ebenso gut haben wie Männer. Es gibt keinen solchen Unterschied zwischen Männern und Frauen, dass Frauen nicht Großes vollbringen könnten, [wie wir am Beispiel vieler heiliger Frauen gesehen haben, die große Dinge getan haben.] Und ich hoffe zu Gott, es möge zu sehen sein, dass Frauen in der kommenden Zeit viel tun werden.“

Was hätte Maria Ward wohl von unserer neuen Friedens-Nobelpreisträgerin „Malala“ gehalten? Und wenn die beiden sich treffen könnten, was würden sie wohl besprechen?

Der Gottesdienst hat uns Gelegenheit gegeben über unsere eigenen Erfahrungen nachzudenken, über Widerstände, Menschen oder Dinge, die uns entmutigen. Wir haben auch Hoffnung und Kraft geschöpft aus dem Wissen, dass Gott uns Orientierung gibt, wie wir andere aufrichten und ermutigen können, und dass er uns stärkt für den Einsatz in unserem Alltag.

Das Evangelium und die Predigtgedanken unterstrichen die Wichtigkeit, wählen zu können, was man tun möchte. Jeder Mensch muss die Möglichkeit haben herauszufinden, was er oder sie gut kann, um diese Fähigkeiten weiter auszubilden.

Im Evangelium berichtet Lukas von Jesu‘ Besuch bei den beiden Frauen Maria und Martha (Lk 10, 38-42). Maria setzte sich Jesus zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Ihr war wichtiger von Jesus zu lernen, als ihrer Schwester zu helfen den Gast zu umsorgen. Jesus sagte von ihr: „Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.“

In unseren Fürbitten haben wir speziell für die Mädchen und Frauen in Pakistan und Afghanistan gebetet:
– Tröste alle Frauen, die Leid aushalten müssen. Stille
– Stärke mit deiner Kraft die Frauen, die Anderen beistehen. Stille
– Ermutige die Frauen, die Unrecht benennen und für Gerechtigkeit einstehen. Stille
– Motiviere die Frauen, die Not sehen, zum Handeln. Stille
– Schütze die Frauen, die sich für Andere einsetzen und dabei selbst in Not geraten. Stille

Schließlich haben wir mit dem folgenden Segensgebet unseren Wortgottesdienst abschlossen:

Gott, segne deine Hände,
dass sie behutsam seien, dass sie halten können, ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne die Kraft, zu trösten und zu segnen.

Gott, segne deine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,
dass andere sich wohl fühlen können unter meinem
Blick.

Gott, segne deine Ohren,
dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen,
dass sie hellhörig seien für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.

Gott, segne deinen Mund,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe, was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
dass er Anvertrautes bewahre.

Gott, segne dein Herz,
dass es Wohnstatt sei deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Leid und Freude teilen kann.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Chorklassen G 5c und der Solistin Sifrina Haltmayr (G 9c) umrahmt.

 

Wir freuen uns, dass wir den Gottesdienst zum Gedenken an unsere Schulgründerin zusammen mit den Schwestern der Congregatio Jesu feiern durften.

Rita Elsner