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Letzte Neuigkeiten von den Kohlmeisen

Wie dem aufmerksamen Leser bekannt ist, hat die Fachschaft Biologie auf Initiative von Frau Köster-Meißner hin die Möglichkeit eröffnet, Kohlmeisen beim Brüten via Livestream zu beobachten.

Nachdem das Nest fast einen Monat gebaut wurde, legte das Weibchen innerhalb von sieben Tagen sieben Eier und begann am 8. Mai zu brüten. Kurz vor dem errechneten Schlupftermin schlüpften sieben winzig kleine, blinde Kohlmeisen aus den Eiern, die in den nächsten Tagen intensiv von beiden Eltern gefüttert wurden und schnell an Größe zulegten. Trotz intensiven Fütterns reduzierte sich die Anzahl auf nunmehr drei Jungvögel. Dr. Sprau, der Initiator des Projekts „Tierisches München“, erklärte dazu, dass dies wohl an dem regnerischen Wetter und den kühlen Temperaturen der vergangenen Tage läge.

Der Wissenschaftler besuchte am Freitag, 22.05. das Erzbischöfliche Maria-Ward-Gymnasium Nymphenburg, um die Nestlinge zu beringen. Die Klasse 6b, die das Projekt von Anfang an begleitet hat, bekam die Gelegenheit, bei der Beringung und der Erfassung weiterer biometrischer Daten zuzusehen und mitzuhelfen.

 

Zunächst wurde mindestens ein Jungvogel im Nest gelassen, damit die Altvögel weiterfüttern konnten. Die entnommenen Jungvögel wurden mit einem Aluminiumring, auf dem Vogelwarte Radolfzell und eine individuelle Nummer steht, beringt. Der Aluring wurde mithilfe einer Zange vorsichtig am Bein des Vogels befestigt. Dann wurde der Vogel gewogen, wobei alle drei Vögel zwischen 15 und 17g Gewicht aufwiesen. Die Ermittlung der Atemfrequenz stand ebenso auf dem Programm wie die Vermessung des Flügels, der Beinlänge und die Schätzung des Fettgehalts.

Außerdem wurde ein totes Meisenjunges („Fussel“) aus dem Kasten geborgen, das von den Schülerinnen liebevoll unter dem Baum, an dem der Nistkasten hängt, begraben wurde.
Am Ende der Beringung befanden sich alle drei Jungvögel wieder im Nistkasten.

Die Online-Abstimmung über die Namen hat ein eindeutiges Ergebnis gebracht: Die drei Überlebenden heißen Daniel, Keks und Krümel. Die drei werden wohl, wenn alles gut läuft, Mitte der Pfingstferien - 21 Tage nach dem Schlupf - den Nistkasten verlassen, um im nächsten Jahr an einer anderen Stelle ihre eigenen Jungen großzuziehen. Für alle fleißigen Beobachter war es ein großartiges Erlebnis, am gesamten Brutgeschehen teilhaben zu dürfen.

Mein Dank gilt dem Förderverein und der Schulleitung für die Unterstützung des Projektes.

Daniel Gueffroy