Alle guten Gaben

  • SLDmedia11038001.JPG
  • SLDmedia12631601.JPG

Weihnachtsgottesdienst der Klassen 8 - Q12

Alle guten Gaben…

„Es ist nicht leicht, sich etwas schenken zu lassen in einer Welt, in der alles seinen Preis zu haben scheint. Ein Geschenk, das nicht passt, kann verletzen, demütigen oder enttäuschen. Andere bleiben uns ein Leben lang präsent. Und die qualvolle Frage, wer was warum für wie viel Geld an Weihnachten geschenkt bekommt, erinnert uns jedes Jahr daran:

Schenken ist eine Form der Kommunikation, die abbildet, in welchen Beziehungen wir leben, wer uns nah und wer uns fern ist.“1
Unser vorweihnachtlicher Gottesdienst sollte zum Denken anregen über unser Suchen nach Geschenken, das Schenken selbst und das Beschenkt werden, und über zwei verschiedenen Versionen von Advent:

A wie Abhetzen
D wie Dauerstress
V wie verkaufsoffener Samstag
E wie Einkaufsbummel
N wie Nervosität
T wie Torschlusspanik

oder

A wie Ankunft des Herrn
D wie Denkpause
V wie Vorfreude
E wie Erwartung
N wie Neubesinnung
T wie Tauet Himmel den Gerechten

Der Lesungstext, basierend auf einer Erzählung von Doris Weber2, handelte von Wünschen, Erwartungen, Freuden aber auch Enttäuschungen der Beschenkten und der Schenkenden, und der Erkenntnis, dass die Sache mit dem Schenken gar nicht so einfach ist. Denn hat der Beschenkte automatisch die Pflicht, sich zu freuen, wenn ihm das Geschenk nicht gefällt? Und hat der Schenkende automatisch ein Recht auf Dankbarkeit des Beschenkten?
Das Fazit lautete: „Das wahre Geschenk besteht nicht in dem, was gegeben oder getan wird, sondern in der Absicht des Gebenden oder Handelnden“ (Seneca).

Das Evangelium vom „Senfkorn“ und die Predigtgedanken stellten heraus, dass es auf jede Gabe ankommt. Mit jedem kleinen Nährstoff wächst die Senfstaude empor.  Mit jedem kleinen Zeichen der Solidarität drücken wir – entgegen aller Hoffnungslosigkeit – die Hoffnung Jesu auf Heil und Vollendung aus. Es sind Wachstumsschübe der Senfstaude, wenn sich die Schülerinnen des Maria-Ward-Gymnasiums für Kinder in Syrien, Mädchen in Afghanistan und die Kinder im Kinderheim der Maria-Ward-Schwestern in Simbabwe einsetzen.

Ein Werbeslogan behauptete, dass Weihnachten unter dem Baum entschieden würde; ja, das stimmt: nämlich unter dem Senfbaum. Wie aus den winzigen Samen der Senfstaude, kann selbst aus kleinen Gesten in ganz alltäglichen Begegnungen mit anderen, etwas Größeres erwachsen.
Wir möchten an dieser Stelle uns auch ganz herzlich bei dem „Sound of Munich Gospelchor“ bedanken, der diesen Gottesdienst so wunderbar musikalisch für uns gestaltet hat.

Rita Elsner

1 Alle guten Gaben, Publik Forum Extra, Nov. 2014
2 vgl. Doris Weber, Das Wasserbecken, das vom Himmel fiel, in: Alle guten Gaben, Publik Forum Extra, Nov. 2014, S. 14-15