DJSliderZeitzeugenbericht

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Zeitzeugenbericht einer 90-jährigen Münchnerin in der Schulaula am 13. November 2013

Sie kam, sah, sang und siegte.

Am 13. November 2013 konnte sich die 90-jährige Münchnerin Ruth Megary nach 80 Jahren endlich einen Wunsch aus ihrer Kindheit erfüllen – einen Besuch des Maria-Ward-Gymnasiums Nymphenburg.

Geboren wurde sie im Mai des Krisenjahres 1923 in Schwabing. Mit zehn Jahren sollte das begabte Mädchen, das damals hoch angesehene Institut der Englischen Fräulein in Nymphenburg besuchen. Aber die durch Inflation und Weltwirtschaftskrise verarmten Eltern, Besitzer einer Konditorei, konnten sich das Schulgeld nicht leisten. Einige Jahre später, nachdem durch Zufall ihr Gesangstalent entdeckt worden war, begann sie eine abwechslungsreiche und bewegte Karriere als Sängerin, Kabarettistin und Conférencier. Inzwischen hat Frau Megary eine 70-jährige Bühnenerfahrung und ihrem Tatendrang sind noch keine Grenzen gesetzt.

Auf einer Fortbildung des Faches Geschichte von Carina Rendchen und Manfred Heigenmoser als Zeitzeugin „entdeckt“, wurde sie mit Zustimmung der Schulleitung zu einem Zeitzeugenbericht in unsere Aula eingeladen. Dort bot Ruth Megary den Schülerinnen der neunten und zehnten Jahrgangsstufe des Gymnasiums weitaus mehr: ein nachhaltig beeindruckendes Erlebnis und einen Geschichtsunterricht der besonderen Art. Ihr eineinhalbstündiger Vortrag bot nicht nur glänzend erzählte Episoden aus der Zeit des Nationalsozialismus‘, des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit, sondern beeindruckte die gebannt zuhörenden Mädchen immer wieder auch durch Gesangs-, Kabarett- und Schauspieleinlagen. Der große Applaus des Publikums am Ende der Vorstellung galt einer Diva, wie es sie heute kaum mehr gibt.

Schülerinnen haben Ruth Megary bereits wieder an unsere Schule eingeladen, dieses Mal zur Unterstützung der musikalischen Begleitung des Weihnachtsbasars im Dezember.

Nach achtzig Jahren scheint eine Liebe doch noch ihre Erfüllung zu finden.

Manfred Heigenmoser

 

Stimmen zu Ruth Megarys Zeitzeugenbericht aus der Klasse G 9a (Auswahl mit Kürzungen)

Ruth Megary – eine beeindruckende Persönlichkeit, die trotz ihrer 90 Jahre lebendig, mit strahlenden Augen und einer kräftigen Stimme auf der Bühne steht und alle in ihren Bann zieht. Die Schilderung ihrer Jugend bis zu ihrer Entdeckung war sehr authentisch und man bekam einen Eindruck, wie sehr der Alltag von Hitler und seinem Regime geprägt war und mit welchen Methoden es ihm gelang, das Volk auf seine Seite zu ziehen und zu unterdrücken.

Julia Carstens und Ann-Cathrine Herbener

Ich habe mir eine alte, kleine, ruhige Frau unter der Beschreibung vorgestellt, doch als dann diese agile, lebensfrohe Frau auf der Bühne stand und voller Enthusiasmus über ihr Leben erzählte, war ich erstaunt. Wie sie da auf der Bühne stand, gesungen hat und erzählt hat, wie schön ihr Leben war und wie viel Glück sie gehabt hatte, war atemberaubend. So wie sie da aufgetreten ist, hätte ich sie nie im Leben auf 90 Jahre geschätzt. Ich bewundere diese Frau und freue mich, dass ich etwas über ihr aufregendes Leben erfahren durfte.

Lea Sternberg

Ich fand sie extrem beeindruckend, weil sie immer noch so „lebendig“ war. Sie hat einen möglichen Lebenslauf in dieser Zeit interessant erzählt. Nach dem Vortrag bin ich noch einmal zu ihr vorgegangen und habe sie noch ein paar Dinge gefragt, die auch treffend beantwortet worden sind. Sie hat auf mich sehr positiv denkend und enthusiastisch gewirkt, trotz dessen, was ihr widerfahren ist. Sie hat sehr authentisch über ihre Jugend und den Alltag unter Hitlers Regime erzählt. Gut dargestellt wurde auch, wie die Propaganda für Hitler betrieben worden war.

Allegra Braig

Ich denke auch, dass Ruth sich sehr darüber gefreut hat, ihre Geschichte den Schülerinnen unserer Schule zu berichten. Zusätzlich zu der Nazizeit wollte sie uns ebenfalls nahebringen, dass man nicht aufgeben soll, wofür sie auch selbst ein gutes Beispiel ist.

Lisa Schuster

Was unfassbar war, dass sie trotz ihrer neunzig Jahre, die man ihr nicht anmerkt, noch so eine Ausstrahlung hat. Es war echt faszinierend, zu hören, wie viel Glück man in dieser Zeit haben konnte. Ihre Erzählungen und Ausführungen über diese Zeit waren sehr interessant und haben sowohl ihren Lebensweg als auch die generelle Lebenslage in dieser Zeit gut veranschaulicht.

Maryna Rudenko, Sophia Döring

Der Vortrag von Ruth Megary hat mich sehr beeindruckt, da sie in ihrem hohen Alter von 90 Jahren noch so fit war und sehr lebendig von ihrem Leben im Dritten Reich erzählt hat. Sie hat mir einen sehr guten Eindruck gegeben, wie schwer das damalige Leben gewesen sein muss. Außerdem hat mich beeindruckt, wie sie trotz der schweren Zeiten so viel Glück in ihrem Leben hatte.

Christina Fuchs