• SLIDER_IMGP21820002.JPG

Vortrag über das Judentum für die 9. Klassen

Frau Rychlá, eine jüdische Religionslehrerin aus München, begrüßte die 9. Klassen am 14.03.2014 in der Aula ganz herzlich zu einem Vortrag über das Judentum.

Vor rund 37 Jahren lernte sie in der damaligen kommunistischen Tschechoslowakei eine verborgen lebende Nonne der Englischen Fräulein kennen und wurde von ihr inspiriert. Dies nannte sie u.a. als Grund für ihr Kommen. An der Seite von Frau Rychlá saß Herr Bauer, der den Vortrag organisiert hatte.

Auf die Frage, ob sie schon mit Judenhass konfrontiert worden sei, erzählte sie, dass sie persönlich nie beschimpft wurde, ihren beiden Kindern sei das aber während ihrer Schulzeit passiert. Als Schülerinnen fragten, warum sie nach der NS-Zeit in Deutschland geblieben sei, begründete sie dies mit ihrer politischen Überzeugung: sie wollte in Deutschland bleiben, denn sonst hätten die Nazis gewonnen und ihr Wunsch von einem „judenreinen Deutschland“ hätte sich letztendlich noch erfüllt. Auf die Frage „Wie streng gläubig sind Sie?“ antwortete sie, man könne schon unterscheiden, ob jemand fromm, traditionell religiös oder wenig gläubig, im Sinne von „wenig praktizierend“, ist. Frau Rychlá persönlich sieht sich in der Mitte.

Dann erklärte sie, wie ein jüdischer Gottesdienst abläuft. Es gibt einen Vorbeter, der den Gottesdienst ausführt. Die Gottesdienste dauern meistens bis zu drei Stunden. In der ersten Stunde beten vor allem Männer. Zu Beginn der zweiten Stunde kommen Frauen und Kinder dazu und dann wird aus der Tora vorgelesen und der Rabbiner hält die Predigt. Als Abschluss des Gottesdienstes wird das Mittagsgebet gesprochen.

Juden essen koscher: das bedeutet, sie essen nur Lebensmittel, die nicht durch verbotene Chemikalien länger haltbar gemacht werden und nur geschächtete Tiere. Auf Schweinefleisch verzichten sie ganz. Darauf wird natürlich auch beim Schabbat, dem wichtigsten jüdischen Feiertag, geachtet. Von Freitagabend an und den gesamten Samstag feiern die Juden die Vollendung der Schöpfung durch den Ruhetag und denken auch an den Auszug aus Ägypten. Eine der Pflichten von jüdischen Frauen ist es, am Schabbat Kerzen anzuzünden. Außerdem sind die Frauen auch für die jüdische Erziehung der Kinder verantwortlich. Alle Frauen und Männer müssen sich an die ca. 270 geltenden Gebote der Tora halten.

Frau Rychlá erzählte außerdem von jüdischen Festen. Eines davon ist das „Laubhüttenfest“. Dieses findet zwischen Ende September und Ende Oktober statt. Hierbei sitzt sie mit ihrer Familie in einer Laubhütte, segnet Brot und Wein und gedenkt der Wanderung durch die Wüste nach dem Auszug aus Ägypten.

Zum Abschluss des Vortrages sang sie ein hebräisches Schabbatlied. Während des Gesangs hatte man das Gefühl, ein Engel persönlich singe in der Aula.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Frau Rychlá für den großartigen und zu Herzen gehenden Vortrag, der uns einen besseren Einblick in das Judentum verschaffte und hoffen, dass sie unserer Schule auch zukünftig Besuche abstatten wird.

 

Von Sophie Krüger und Michelle Klaut (beide G 9c)