Segnung der neuen Kreuze für die Klassenzimmer und Fachräume

Nachdem im Schuljahr 2010/11 die Klassenräume im ausgebauten 3. Stock des Haupthauses zur Verfügung standen und mit dem Schuljahr 2012/13 die neuen Fachräume im Neubau dazukamen, ergab sich die Notwendigkeit neue Kreuze für die Klassen- und Fachräume anzuschaffen. Herr Dr. Gruber bat daher den Fachbereich Kunst die Gestaltung der Kreuze zu übernehmen.

Die verschiedenen Entwürfe wurden mit Herrn Dr. Gruber diskutiert, das Musterkreuz von der Schreinerei Reichl/Ganghofen in Serie übertragen und vom Additumskurs Kunst mit Leuchtpigmentfarben individuell bemalt. Stilistisch lehnt sich die Ästhetik des „Kleeblattkreuzes“ an das Patriarchenkreuz im Wappen von Reinhard Kardinal Marx als Erzbischof von München und Freising an. Gleichzeitig assoziiert diese Gestaltung auch die Form des „Lilienkreuzes“ der Congregatio Jesu (der Englischen Fräulein) und ist somit auch ein treffendes Symbol der Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Träger unserer Schule. Zudem steht in der christliche Symbolik das dreiblättrige Kleeblatt als altes Zeichen für die Dreifaltigkeit; in der profanen Symbolik steht das Kleeblatt allgemein für Glück. Die Vorderseite der Kreuze ist weiß und die Rückseite farbig mit Neonpigmenten gestaltet. Die weiße Vorderseite ist also bei allen gleich, aber der farbige Schatten durch die unterschiedliche Bemalung individuell verschieden und somit ein schönes Symbol für unser Schulleben. Bei bestimmten Lichtverhältnissen verschwimmt das Kreuz mit der Wand oder tritt bei verändertem Licht als eine zart leuchtende Kontur durch den farbigen Widerschein der reflektierenden Farben hervor. Gerade diese dezente, unaufdringliche, das Visuelle betonende, Gestaltung fand bei den Schülerinnen, die die Rückseite der Kreuze individuell gestalteten, großen Anklang. So setzt diese Gestaltung weniger auf die drastische Realistik der traditionellen Kreuze, sondern eher auf eine indirekte, spirituelle alte oder doch wieder neue Wirkung im Geiste Karl Rahners: „Die Kirche der Zukunft wird eine mystische sein oder sie wird nicht sein.“ Diese 100 Kreuze wurden in einer feierlichen Andacht am Mittwoch, den 10.10.2012 gesegnet. Danach durfte sich jede Klasse eines für ihr Zimmer mitnehmen. Dort entfaltet dieses Kreuz seine dezente, aber stimmungsvolle Wirkung.

Text/Fotos: T.Pfeffer

 

Segnungsfeier

Am Mittwoch, den 10. Oktober 2012, fand die Segnung der neuen Kreuze, die für die Klassenzimmer, Fachräume und weitere Räumlichkeiten der Maria-Ward-Schulen bestimmt sind, ab 12:30 Uhr in der Institutskirche der Congregatio Jesu statt. An der Segnung nahmen jeweils fünf Schülerinnen der einzelnen Klassen bzw. Kurse des Gymnasiums und der Realschule teil.

Umrahmt wurde diese Segnung der Kreuze durch eine Meditation, die von den Schülerinnen der Klasse G 6c und Herrn Dr. Schmelter vorbereitet worden war: Sie stellte die verschiedensten Wege, die tagtäglich Schülerinnen im Schulhaus zurückzulegen haben, heraus und wies dabei das jeweilige Klassenzimmer als wichtigen Kreuzungspunkt für die Schülerinnen hin:

„Das Klassenzimmer steht für Gemeinschaft, es heißt ja auch: Klassengemeinschaft. Diese Gemeinschaft zwischen Menschen wird in allen Räumen auch durch das Kreuz symbolisiert. Ein Kreuzarm sagt uns: Gemeinschaft zwischen Menschen kann es nur dann geben, wo Menschen sich wirklich begegnen und sich ihre Wege kreuzen, damit sie füreinander und miteinander da sind.“

Begleitet von Pfarrer Soellner folgte das Lied: „Von Mensch zu Mensch eine Brücke bauen“.

Im Folgenden wurde auch gerade der Altar als Zeichen der Gemeinschaft hervorgehoben, der vom Kreuz überragt wird, das ihm seine Bestimmung gibt. Dieses Kreuz, das für die Durchdringung des menschlichen und göttlichen Bereichs steht, führt aber ganz deutlich durch den zweiten Kreuzarm vor Augen: „Diese Gemeinschaft als – Mit-Gehen, Mit-Leben, Mit-Teilen und Mit-Feiern – kann aber nur dort verwirklicht werden, wo das große Du Gottes den Lebensweg von Menschen kreuzt und sie ermutigt, ganz Mensch zu sein und im anderen den Bruder / die Schwester zu sehen.“

„Dann hat der Himmel die Erde berührt“ wurde als zweites Lied von allen Schülerinnen und Lehrkräften anschließend gesungen.

Im letzten Teil der Meditation hieß es dann: „Diesen zentralen Gedanken, dass Gott unseren Lebensweg begleiten muss, damit wir miteinander die Wege gehen und füreinander da sind, symbolisieren unsere neuen Kreuze für die Klassenzimmer und Fachräume in ganz besonderer Weise:

Das dominierende Weiß des Kreuzes, das Reinheit, Vollkommenheit, Fülle und Weite hervorhebt, steht für Gott selbst.

 

Die auf der Rückseite des Kreuzes zu findenden Farben ähneln denen des Regenbogens. Dieser Regenbogen selbst stellt ein uraltes christliches Symbol dar: Es weist auf die Verbindung zwischen Himmel und Erde hin.

Diese neuen Kreuze mit den Regenbogen-Farben auf ihrer Rückseite bewirken, dass die Wand, die für die Erde und das Leben von Menschen auf ihr steht, nicht grau, nicht schwarz-weiß, nicht dunkel bleibt. Dieses Kreuz sorgt dafür, dass die Wand in den einzelnen Regenbogenfarben leuchtet. Dieses Leuchten symbolisiert, dass durch das große Du Gottes, das unser Leben kreuzt, Schule zum Lebensraum wird, in dem Menschen sich wirklich begegnen und sich ihre Wege füreinander und miteinander kreuzen.“

Die sich anschließenden Fürbitten nahmen diese Farbsymbolik auf. Es folgte dann die Segnung der Kreuze durch Herrn Pfarrer Bauer. Pfarrer Soellner sprach das Segensgebet: „Gott segne euch, die ihr unter diesen Kreuzen arbeitet, lernt und lebt - Schülerinnen, Lehrerinnen, Lehrer und alle, die in der Schule ihren Dienst verrichten -. Er, Jesus, der ans Kreuz gegangen ist, um für uns da zu sein, er verbinde euch jeden Tag mit dem lebendigen Gott und untereinander. So segne euch Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen“

Jeweils zwei Schülerinnen kamen dann nach vorne, um für ihre jeweilige Klasse bzw. den jeweiligen Fachraum das nun gesegnete neue Kreuz in Empfang zu nehmen.

Dr. Jürgen Schmelter