„Über-Wunden“

Im Zusammenhang mit den drei Frühschichten in der Fastenzeit, die unter dem Motto „Über-Wunden“ im Februar sowie März 2013 für alle Schülerinnen und Lehrkräfte angeboten wurden, stand auch der Oster-Gottesdienst am Freitag, den 22.03.2013, für die fünften bis siebten Klassen.

Dieser Gottesdienst, der in unserer Aula stattfand, wurde von Schülerinnen verschiedener siebter Klassen vorbereitet. Nach der Begrüßung und dem Tagesgebet durch Herrn Kaplan Pryzybylski (Pfarrei Christkönig) stellten die Schülerinnen zunächst einmal heraus, was uns alles – nicht nur im schulischen Alltag – belasten und auch niederdrücken kann, so dass es dem Einzelnen nicht immer leicht fällt, diesen Beanspruchungen, Zumutungen und auch Enttäuschungen standzuhalten, was die Schülerinnen an verschiedensten Beispielen verdeutlichten.

Als Evangeliumstext wurde die Perikope „Die Kreuzigung“ aus dem Lukas-Evangelium vorgetragen, in der erzählt wird, dass sich Jesus dem Verbrecher zuwendet, der ihn zuvor verteidigt hat. Als zentrale Aussage hob Herr Kaplan Pryzybylski in seiner Predigt hervor, dass Jesus Leid, Ungerechtigkeit, Belastungen nicht von uns wegnehmen kann, stellt er doch keinen Wunderheiler dar. Aber eben dadurch, dass sich Jesus gerade denen zuwendet, die unter solchen schwierigen Lebenssituationen leiden, können Menschen durch die Identifikation mit dem leidenden Christus ihre eigenen Leiden tragen lernen. Jesus Christus, der Sohn Gottes, zeigt uns gerade den im Leid solidarischen Gott, der uns unter der Zusage „Über-Wunden“ hilft, Hoffnung zu schöpfen: Hoffnung auf Auferweckung von den Toten und Trost im Leiden.

Unter Bezugnahme auf die zweite Frühschicht der Fastenzeit, in der Weizenkörner an die Schülerinnen und Lehrkräfte verteilt und anschließend in große Töpfe mit Erde eingebracht worden waren, wurde dieser Predigtgedanke veranschaulicht: In der Nähe des Altares waren jetzt drei große Töpfe zu sehen, aus denen große grüne Halme nach oben wuchsen. Gleichzeitig wurde der Monolog eines Weizenkorns vorgelesen, das die Einsicht gewinnt, dass nur durch das Sterben neues Leben erwachsen kann. Das Lied „Kleines Senfkorn Hoffnung“ folgte dann diesem Monolog.

Es schlossen sich die von den Schülerinnen vorgetragenen Fürbitten an. Nach der Kommunion beendete dann der Schluss-Segen diesen österlichen Gottesdienst.

Diese Heilige Messe stellte in gewisser Weise auch eine Premiere dar, denn er wurde als erster Eucharistie-Gottesdienst im Rahmen unserer neuen Gottesdienst-Ordnung in der Aula gefeiert. Dafür musste allerdings einiges von der Fachschaft Katholische Religionslehre vorbereitet werden:

So danken wir Schwester Jukunda, der Schneiderin der Congregatio Jesu, für die Herstellung des Altartuches, für das sie ein besonderes Leinen verwendet hat. Unseren Dank sagen dürfen wir auch Sr. Ortrudis, unserer ehemaligen Direktorin und Sakristanin, die uns die Paramente und liturgischen Geräte zur Abholung bereitstellte. Unser Dank gilt auch der Hausmeister-Crew, die an die 300 Stühle für den Gottesdienst nach unseren Wünschen positionierte.

Es zeigte sich, dass auch in der Aula, die den Schwestern nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die vormalige Institutskirche von Bomben getroffen worden war, lange Jahre als kirchlicher Raum zur Verfügung stand, ein würdevoller Gottesdienst gefeiert werden kann.

Dr. Jürgen Schmelter