Italiensprachreise der Q11 im Sommer 2012

Am ersten Ferientag der Sommerferien war es endlich soweit: Am 01.08. trafen wir uns, 12 Schülerinnen aus der Q11, um 20:30 Uhr am Münchner Hauptbahnhof um mit dem Nachtzug in Richtung Rom aufzubrechen. Schnell waren die Betten für die Nacht eingerichtet und die aufregende Fahrt ging los.

Nach einer nicht für jede komfortablen Nacht im Zug, kamen wir am nächsten Morgen im 30°C warmen Bella Italia an. Mit dem Bus ging es dann noch 2 Stunden in Richtung Osten und schon hatten wir unsere geplante Unterkunft für die nächsten 14 Tage erreicht: Das Kloster San Giovanni in dem kleinen Bergdorf Capestrano.

Die anfängliche Freude war schnell verflogen. Fernab vom Meer, anderen jungen Leuten und dem typischen italienischen Trubel bezogen wir als einzige Gäste die spartanisch eingerichteten Zimmer des Klosters in dem 100-Seelen-Dörfchen.

Als sich die Küche bei genauerer Betrachtung als kaputt und die Zimmer sich als schmutzig herausstellten, beschloss Frau Dr. Rinaldi, dass wir in ein Hotel im kleinen Städtchen Sulmona umziehen werden. Gleich am nächsten Morgen fuhren wir ab und waren mehr als glücklich, als wir mittags in dem kleinen Hotel eintrafen, das gleich neben dem schönen Stadtpark im Zentrum lag. Sulmona – die Heimatstadt des Dichters Ovid - bot neben kleinen Gässchen und der wundervollen Piazza Garibaldi zu dieser Zeit auch eine Art mittelalterliches Stadtfest, bei welchem tagsüber ein Turnier der einzelnen Teams stattfand und das abends mit kleinen Straßenfesten beendet wurde. Im Hotel verzauberte uns der Koch Massimo jeden Abend mit der köstlichen italienischen Küche und versuchte  uns auch einmal beizubringen, wie man traditionellen Pizzateig und ein echtes italienisches Tiramisu zu bereitet. Nicht nur der Kochkurs zählte zu unserem Programm, sondern auch Ausflüge in die nahegelegenen Städte wie L'Aquilla, Chieti, eine Bergwanderung auf eine Burg, zahlreiche Kirchen- und Museumsbesuche und Unterricht. Natürlich alles auf Italienisch. Der Kontakt mit den Einheimischen durfte selbstverständlich auch nicht fehlen, also trafen wir uns jeden Abend mit den neu gewonnenen Freunden in der Stadt. Der Besuch L'Aquillas ist uns besonders in Erinnerung geblieben. Am 6. April 2009 zerstörte ein Erdbeben die Stadt. 308 Menschen kamen ums Leben und  33.672 mussten ihre Häuser verlassen, weshalb auch heute noch 22.807 Menschen in staatlichen Wohnprojekten leben müssen. Als wir durch die Straßen gingen, fühlten wir uns wie in der Kulisse eines Kriegsfilms. Die Häuser sind zerstört, es liegt Schutt auf den Straßen und nur einige Menschen verirren sich in die Stadt. Wir besuchten eine Notunterkunft und aßen mit den Betroffenen zu Mittag. Es war schlimm zu sehen, dass die Menschen auch nach über drei Jahren noch unter den Folgen der Katastrophe leiden müssen.

                    

Trotz Unterricht und Kulturprogramm hatten wir die Möglichkeit uns bei Ausflügen im Schwimmbad, an einem Bergsee und auch dreimal am Meer zu entspannen.

Bei den Ausflügen begleitete uns stets unsere italienische Betreuerin Elena. Auch wenn sie kein Wort Deutsch konnte, haben wir uns fabelhaft mir ihr verstanden.

Trotz der anfänglichen Probleme hatten wir letztendlich eine ganze Menge Spaß in Sulmona und haben viele nette Leute kennen gelernt. Unser Italienischkurs hat durch den zweiwöchigen Aufenthalt einen viel besseren Zusammenhalt, was auch sehr wichtig für den Start in die Oberstufe ist. Die Scheu vor der neuen Sprache fiel nach und nach von uns ab und als wir nach 2 Wochen mit dem Zug wieder im schönen München ankamen, waren wir noch immer von den vielen neuen Eindrücken aus Italien überwältigt, aber auch braun gebrannt und glücklich.

Von Carolina Vogt, Theresa Weigl & Luzie Wittl