Ich glaube ... Im Gespräch mit Kardinal Marx  

Thema: Ich glaube an Gott

Glaubensgespräch mit 250 Schülerinnen in München über das Apostolische Glaubensbekenntnis


Kardinal Marx im Gespräch mit unseren Schülerinnen

Kardinal Reinhard Marx hat mit 250 Schülerinnen an den Maria-Ward-Schulen im Münchner Stadtteil Nymphenburg über grundsätzliche Glaubensfragen gesprochen. „Ich kann nicht alle Fragen letztgültig beantworten, es geht um eine Suchbewegung des Glaubens. Gott bleibt auch für mich ein unaussprechliches Geheimnis“, sagte der Erzbischof von München und Freising bei dem ersten von sechs Glaubensgesprächen, die er im von Papst Benedikt XVI. ausgerufenen „Jahr des Glaubens“ mit den Gläubigen in der Erzdiözese führt.


Bigband, Kammerchor und Orchester des Maria-Ward-Gymnasiums gestalten das Rahmenprogramm

Der Glaube sei ein Geschenk, man könne ihn nicht erzwingen, sondern nur erbitten, erklärte der Kardinal: „Deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam glauben. Niemand kann sagen: ich habe noch nie gezweifelt. Es gibt Phasen, in denen der Unglaube stärker ist als der Glaube.“

Marx wandte sich gegen ein simples „Abhaken des Katechismus“, man könne nicht einfach Glaubenswahrheiten herunterbeten. Vielmehr sei der Glaube wie ein Garten: „Auf einer Blume steht vielleicht zum Beispiel ‚Engel’. Wenn ich das im Moment nicht verstehe, streiche ich das nicht einfach, sondern gehe weiter. Und dann komme ich nach 20 Jahren wieder vorbei und sage: Es ist gut, dass es Engel gibt.“ Es komme darauf an, ob man sich in ein Grundvertrauen hineinbegebe.

Der Kardinal beantwortete einerseits vorbereitete Fragen der Schülerinnen zum ersten Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses „Ich glaube an Gott, den Vater“. Darüber hinaus ging er auf Fragen aus dem Plenum ein. Die Themen reichten von der Frage nach dem Leid in der Welt bis zur Ökumene.

Auch der Zugang von Frauen zum Priesteramt wurde angesprochen. „Ich kann verstehen, wenn jemand das eine oder andere nicht nachvollziehen kann“, so Marx. Es sei so, dass immer Fragen offen blieben: „Wir müssen dann weiter intensiv darüber nachdenken. Vielleicht ist das noch nicht das Ende des Weges, den wir miteinander gehen.

Der Erzbischof betonte, dass Mann und Frau die gleiche Würde hätten. Gott sei nicht als Mann oder als Frau vorstellbar. Wenn Jesus ihn „Vater“ nenne, sei das nicht geschlechtlich zu verstehen. Auch sei es deshalb richtig, dass Frauen in der Kirche Chefpositionen bekleideten. Er verwies darauf, dass beispielsweise drei der sieben Ressortleiter im Erzbischöflichen Ordinariat Frauen seien.


Als Gastgeschenk des Gymnasiums ein Porträt des Kardinals aus einer Fotokollage aller Kirchen des Bistums

Das Glaubensgespräch an den Maria-Ward-Schulen bildete den Auftakt zu der sechsteiligen Reihe. Kardinal Marx trifft an verschiedenen Orten der Erzdiözese mit Gläubigen zusammen, um mit ihnen anhand der zentralen Glaubensaussagen des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ins Gespräch zu kommen.


Kardinal Marx trägt sich ins Goldene Buch des Maria-Ward-Gymnasiums ein