Anfangsgottesdienst für die Klassen 9-12


Am Montag, den 17.09.2012, fand für die Schülerinnen der Klassen G 9 bis Q 12 des Gymnasiums und der Klassen R 9 und 10 in der Institutskirche der Congregatio Jesu der Gottesdienst zum Schuljahresanfang statt.

 

In ihrer Begrüßung stellen die Schülerinnen der Q 12, die zusammen mit Herrn Dr. Schmelter diesen Gottesdienst vorbereitet hatten, zunächst einmal das Motto dieser Eucharistiefeier heraus: „Mit meinem Gott springe ich über Mauern“. Dieses Leitmotiv bezog sich auf die Gewissheit, dass das neue Schuljahr neben Momenten des Erfolgs, der Anerkennung und der Selbstbestätigung auch Probleme, Misserfolge und Enttäuschungen mit sich bringen wird. Diese negativen Erfahrungen stehen gewissermaßen allen, die das neue Schuljahr beginnen, als Mauern entgegen, die auch in symoblischer Form um das Kreuz herum aufgebaut worden waren.

Im Anschluss daran wurden die verschiedensten Wortfelder, Synonyme, metaphorischen Begriffe und Bedeutungen hinsichtlich des Themas „Mauer“ in Bezug auf das neue Schuljahr entfaltet. Im Tagesgebet wurde Gott angerufen, den Anwesenden durch sein Wort zu zeigen, wie Mauern zu überwinden sind, und durch sein heiliges Brot alle zu stärken, damit Mauern übersprungen werden können. Es folgten dann verschiedene Konkretisierungen der Mauern, die sich Schülerinnen und Lehrkräften in den Weg stellen können, zum Beispiel als Angst vor zu treffenden Entscheidungen, als Furcht vor den verschiedensten Kontingenzerfahrungen, aber auch als Zukunftspessimismus.

Als Lesungstext wurde Psalm 18 vorgetragen, in dem es unter anderem heißt: „Ich will dich rühmen, Herr, meine Stärke. Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter, mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge, mein Schild und sicheres Heil. Meine Zuflucht! … Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen, mein Gott macht meine Finsternis hell. Mir dir erstürme ich Wälle, mit meinem Gott überspringe ich Mauern“.

Als Evangeliumstext war die Perikope „Der Gang Jesu auf dem Wasser“ (Mt 14, 22-33) ausgesucht worden. In der sich anschließenden Predigt stellte Herr Stadtpfarrer Augustinus Bauer heraus, welche Kraft aus dem Glauben und der Begegnung mit Jesus Christus kommen, gerade auch in Bezug auf den schulischen Alltag.

Die Fürbitten stellten gerade die Tatsache heraus, dass Menschen oftmals vor Mauern stehen und so an ihre Grenzen stoßen. Gerade deshalb beten sie darum, eine Kraft zu finden, die ihnen hilft, auch mit dieser Seite des Lebens umzugehen. Das Gabengebet nahm dieses Anliegen wieder auf und formulierte: „Gott, du unser Schöpfer: Brot und Wein haben wir bereitgestellt auf dem Altar für das heilige Mahl. In diesen Gaben schenken wir selbst uns dir: Wir schenken dir unsere Mühen, mit denen wir über die Mauern unseres Lebens klettern. Wir schenken dir unsere

 

mutigen Sprünge, mit denen wir schon manche Mauern geschafft haben. Wir schenken dir unsere Anstrengungen, die umsonst waren und uns die Mauern nicht meistern ließen. Nimm uns an, du unser Gott – nimm uns hinein in das Opfer Jesu Christi, das wir jetzt feiern …“.

Zum Abschluss dieses Gottesdienstes kündigten zwei Schülerinnen an, dass die Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesucher zum Abschluss der Eucharistiefeier eine Feder geschenkt bekommen würden: „ ... Federn sind leicht. Und aus Federn bestehen die Flügel unserer Vögel. Wer Flügel hat, für den sind Mauern kein Hindernis. Die Feder soll auch erinnern an das Psalmwort: ‚Mit meinem Gott spring’ ich über Mauern’. Heftet die Feder an eure Pinnwand zu Hause, legt sie auf den Schreibtisch oder ins Federmäppchen. Lasst euch an Gott erinnern, der mit euch über Mauern springt!“

Dr. Jürgen Schmelter