1. Kammermusikabend – eine unerwartete Hommage an Dave Brubeck

Am 5. Dezember fand zum ersten Mal ein Kammermusikabend in unserer wunderschönen Aula statt. Es gibt nicht viele Säle in München, die für kammermusikalische Konzerte mit einer solch herausragende Akustik aufwarten können. Im Einklang mit dem unvergleichlich schönen Ambiente des Neobarock ist dieser im Jahre 1912 errichtete Bau ein wahres Goldstück. Darauf konnten sich die Besucher des Konzertes freuen. Noch mehr aber darüber, dass unsere Schülerinnen diesen Raum durch Ihr musikalisches Können mit dem entsprechenden Glanz erfüllten.

Viele scheinbar versteckte Talente aller Jahrgangsstufen haben sich an diesem Abend präsentiert. Herausheben möchte ich daher nur ein paar Leistungen, die das vielfältige Programm bot. So interpretierten die Geschwister Caroline und Charlotte Gastroph aus der 5. Klasse auf eine sehr originelle Art einen Boogie. In einer klanglich wunderschönen Besetzung spielten Johanna Stepanek (Gitarre) und Celeste Walter (Violine) aus der G5c das Stück „La Mamotte“ von Beethoven. Auch Tatiana Stefanou zeigte sich mit einem erstaunlich reifen Klang auf der Querflöte sehr talentiert. Dies gilt ebenso für Melanie Grau G6c, die ein barockes Stück von G. Gariboldi vortrug. Ebenso ließen Feline Friedrich G5c und Antonia Pratsch G6c am Klavier als Talente aufhorchen. Einen weiteren Akzent setzte Melissa Olufs G6b mit dem berühmten Klavierstück „Take Five“, das von der Jazzpianistenlegende Dave Brubeck sicherlich mit bekannteste Werk. Da es im 5/4-Takt steht, stellt es jeden Musiker vor eine rhythmische aber auch technische Herausforderung. Dieser begegnete die Schülerin mit Bravour. Danach erzählte ich von meinen Begegnungen mit Dave Brubeck: Als Musikstudent hatte ich als Sänger im Madrigalchor der Musikhochschule die einmalige Gelegenheit mit ihm und seinem Quartett zusammen zu musizieren. Wir führten die von ihm komponierte Messe „To hope, a celebration“ in München, Berlin und Wien zu seinem 80. Geburtstag im Jahre 2000 auf. Daraufhin meldete sich ein Vater aus dem Publikum, dass Dave Brubeck heute, einen Tag vor seinem 92. Geburtstag verstorben sei. Mit „Take Five“ hat ihm Melissa sicherlich eine ganz besondere Ehre erwiesen. Im Radiosender B5 aktuell wurde an diesem Abend in den Nachrichten vor der Berichterstattung jedes Mal dieses Werk gespielt. Wahrscheinlich war von denen jemand bei uns im Konzert... Vor der Pause überraschte einmal mehr Charlotte Geier G7b mit ihrem virtuosen Flötenspiel bei einem russischen Zigeunerlied. Auch Emily Busse G9a überzeugte in einer kammermusikalischen Version durch eine sehr gelungene Interpretation des 1. Satzes aus dem Violinkonzert in a-Moll von Antonio Vivaldi. Ebenso beeindruckte Elisabeth Tregel G9a mit ihrem warmen Cellosound bei einer Gigue von Boismortier. Weiter imponierte Josephine Grau mit dem 3. Satz aus dem Violinkonzert in G-Dur von Vivaldi. Danach bestach Jasmin Mahdawi Q11 zum wiederholten Male mit Ihrem Können: Ihre Interpretation von Händels Pasacaglia war ein Genuss. Dies gilt ebenso für die Interpretation Debussys „Doctor gradus ad parnassum“ durch Annalena Pratsch Q11.

Am Ende des Konzertes stellten sich noch alle Mitwirkenden zu einem Gemeinschaftsfoto auf der Bühne zusammen, was von allen Konzertbesuchern abermals mit einem herzlichen Applaus bedacht wurde. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei allen Mitwirkenden dieses überaus gelungenen und musikalisch runden Kammermusikabends bedanken und nicht zuletzt bei meinen Kollegen Frau Magyarosy, Frau Schreiber und Herr Kutscher, die viele Schülerinnen darauf vorbereitet haben. Danke auch an die Eltern: Es haben mich sehr viele positive Rückmeldungen erreicht, was mich darin bestärkt, dass wir an unserer Schule auf einem musikalisch sehr guten Weg sind. Ihnen allen wünsche ich auf diesem Wege ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben!

Matthias v. Eichhorn (Leiter der Fachschaft Musik)