China - eine unvergessliche Reise

Wie auch schon im letzten Jahr durften 15 Schülerinnen der neunten bis elften Jahrgangsstufe zu einer knapp zweiwöchigen Reise nach China aufbrechen. Herr Kling und Frau Rundel sollten diese bunt gemischte Gruppe begleiten.

Schon im Juli gab uns die China erfahrene Cousine eines mitfahrenden Mädchens netterweise kleine Einblicke in die chinesische Kultur. So konnten wir zumindest erahnen, auf was wir uns einließen. Mit den wachsenden Vorbereitungen stieg natürlich die Aufregung: Eifrig wurde nach den besten Gastgeschenken für die chinesischen Gastfamilien gesucht; beliebt waren bayerische Spezialitäten und Bildbände über München. Im Rahmen der Schulpartnerschaft mit der Wuxi No.1 Girls‘ High School sollte nämlich jede von uns für knapp eine Woche in einer Gastfamilie in Wuxi wohnen.

Am Donnerstag, den 20. Oktober, trafen sich dann endlich alle Schülerinnen mit den Lehrkräften am Münchner Flughafen. Nachdem die Familien verabschiedet waren, konnte das große Abenteuer beginnen. Für fast alle war es die erste Reise nach China.
Ca. zehn Stunden später wurden wir am Flughafen von Shanghai von einem Reisebus abgeholt und nach Wuxi gebracht. Viele Mädchen bekamen erst jetzt bei dem Gedanken, allein in einer fremden Familie zu sein, weiche Knie. Von unseren Austauschschülerinnen, deren Eltern und der stellvertretenden Direktorin wurden wir jedoch mehr als herzlich im Theatersaal der Schule empfangen.

Zu Hause in der Gastfamilie fand ein erstes Kennenlernen beim Abendessen statt. Das anschließende Wochenende verbrachte jede Schülerin mit ihrer Gastfamilie. Die Gastgeber nahmen sich viel Zeit, um uns ihre Kultur, ihr Leben und ihre Stadt zu zeigen.
Am Montag hatten wir Gelegenheit, einen chinesischen Schulalltag mitzuerleben; neben dem regulären Unterricht fanden auch Kurse statt, die speziell für uns eingerichtet wurden: Wir lernten etwas Kalligraphie, Chinesisch und das Anfertigen chinesischer Knoten.
Die Unterschiede zum deutschen System bestehen zunächst in einem wesentlich längeren Schultag: Beginn 7:10h, Ende 17.35h. Eine Schuluniform ist obligatorisch und vor Unterrichtsbeginn ist es die Aufgabe der Schülerinnen, die Tafel und die Fenster, aber auch den Boden und die Flure zu reinigen. Die vorherrschende Unterrichtsform ist der Frontalunterricht. Bei einer Wortmeldung stehen die Schülerinnen auf und setzten sich erst wieder nach Aufforderung des Lehrers. Häufige Tests und jede Menge Hausaufgaben bestimmen den Schulalltag, weshalb die Schülerinnen oft bis 22h lernen müssen. Auf körperliche Bewegung wird ebenfalls Wert gelegt und so gibt es neben dem Sportunterricht kollektive, einstudierte Leibesübungen in der großen Pause, untermalt mit lauter Marschmusik. In der Mittagspause nehmen die Schülerinnen ihr Essen in der Kantine ein.

Nach der Schule wurden wir meist von den Gasteltern zum Abendessen in der Familie abgeholt. Am Donnerstag verabschiedeten und bedankten wir uns bei unserer Gastfamilie für die tollen Tage, die wir mit ihnen erleben durften. Mit spürbarer Traurigkeit, aber auch mit Vorfreude auf unsere nächsten Ziele stiegen wir in den Bus, der uns zunächst nach Shanghai bringen sollte
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Gut betreut von einem sehr netten Guide und ausgestattet mit einem eigenen Reisebus, der uns immer bei den „Hot-Spots“ absetzte, erlebten wir ein gelungenes Programm aus Geschichte und Kultur, gemischt mit unseren eigenen Eindrücken des modernen Shanghais, die wir beim Sightseeing sammeln konnten. Wir bewunderten sowohl die Skyline des modernen Finanzdistrikts Pudong (Bund), als auch die gegenüber gelegenen, in der Kolonialzeit entstandenen europäischen Gebäude. Eines der Highlights war der nächtliche Ausflug auf den 259m hohen Fernsehturm; transparenter Boden inklusive! Die Aussicht auf das glitzernde und funkelnde Häuser- und Wolkenkratzermeer war grandios. Aber auch das bezaubernde Wasserdorf Zhouzhuan, welches wir am nächsten Tag besichtigten, ist sicherlich immer eine Reise wert.
Während unserer Ausflüge wurde uns immer wieder Freizeit gewährt, so dass wir für uns selbst in kleinen Gruppen das chinesische Leben erkunden konnten, wobei für uns Mädchen das Shoppen nicht zu kurz kommen durfte. Amüsante Erlebnisse hatten wir beim Handeln mit den unzähligen Händlern im Wasserdorf oder auf dem Markt des Chenghuang Tempels. Dadurch, dass wir sowohl eine Seiden- als auch eine Perlenmanufaktur besuchten, erhielten wir viele interessante Informationen über die regionalen Produkte. Außerdem nahmen wir in einem traditionellen Teehaus an einer Teeprobe teil.
Nach dieser faszinierenden Zeit in Shanghai lautete unser nächstes Ziel Beijing. Die 22 Millionen Metropole hielt viele historische Highlights für uns bereit. Am Sonntag bestaunten wir den Himmelstempel und am folgenden Tag bestiegen wir die chinesische Mauer. Der dichte Nebel konnte uns nicht aufhalten, das Weltwunder zu erklimmen und so schafften (fast) alle den Aufstieg und waren stolz, als Heldinnen oben angekommen zu sein. Nach diesem beeindruckenden Erlebnis durften wir die legendären Ming-Gräber besichtigen, die letzten Ruhestätten der Kaiser der Mingdynastie. Am Dienstag stand zuerst der Sommerpalast auf dem Programm; anschließend überquerten wir den riesigen Platz des Himmlischen Friedens. Von dort aus gelangte man direkt in die Verbotene Stadt, dem Herzen Beijings und einem Symbol des kaiserlichen Glanzes. Wir erfuhren viel über Chinas Dynastien und das historische Leben in der Stadt.
Der Abreisetag stimmte uns alle etwas wehmütig… Zurückblickend war es, für uns alle eine sehr schöne Zeit, in der wir viele neue Erfahrungen sammeln konnten. Außerdem bekamen wir einmalige Einblicke in die chinesische Kultur, nicht zuletzt durch das Leben in der Gastfamilie.
Wir werden uns immer an diese einzigartige Zeit erinnern und freuen uns auf den Sommer, wenn unsere Austauschschülerinnen nach München kommen und wir ihnen das zurückgeben können, was sie uns gegeben haben: eine unvergessliche Reise.


Gruppe Q11 Elena Liedig, Mehtap Mutaf, Sophia Bustami, Melanie Schneider, Veronika Hoke und Natalie Bringmann