• padua2012.jpg

Italienaustausch 2012


Nach einer langen Wartezeit, in der wir intensiven Kontakt mit unseren Austauschschülern pflegten, war es am 25.03.2012 endlich so weit: Die Münchner Maria-Ward-Schülerinnen brachen ins sonnige Padua auf!

Die sechsstündige Zugfahrt konnten wir in den schönen Abteilen gut überbrücken und spätestens ab dem Brenner hatten alle ein Italienfeeling. In Padua bei sonnigen 25°C  angekommen wurden wir von unseren Austauschpartnern, mit denen wir uns schon in München prächtig verstanden hatten, empfangen. Den ersten Abend verbrachten wir in unseren jeweiligen Gastfamilien, die sich sehr bemühten unseren Aufenthalt so angenehm und italienisch wie möglich zu gestalten.
Am nächsten Morgen ging es in das „Istituto Scalcerle“ – unsere italienische Partnerschule – zur Begrüßung durch den Direktor. Im Unterschied zum Maria-Ward-Gymnasium hat sie viel mehr Schüler und deshalb auch eine große Anzahl an naturwissenschaftlichen Laboren für Versuche. Ansonsten kam uns vieles sehr bekannt vor. Nach einem Einführungsfilm über Padua wurden wir in kleinen Gruppen in unterschiedliche Klassen, die uns freundlich empfingen und auch einige Fragen über Deutschland stellten, zur Teilnahme am dortigen Unterricht geschickt. Der Unterricht war unserem sehr ähnlich, es gibt aber noch Kreidetafeln... Und wir haben doch dank Frau Belghanou und Frau Rinaldi eine Menge vom Italienischen verstanden! Den Nachmittag verbrachten wir in Padua, wobei wir mit einer Besichtigung der Capella  degli Scrovegni, die von Giotto ausgemalt worden ist, anfingen. Danach gingen wir zu Paduas Universität, die eine der ältesten Italiens (gegründet 1222) ist. Zum Abschluss zeigte man uns noch die Piazza delle Erbe, auf der man die köstlichsten italienischen Spezialitäten kaufen kann. Den Abend verbrachten wieder mit unseren Austauschpartnern beim Eisessen, Bowlen oder anderem.
Den gesamten Dienstag verbrachte die deutsche Gruppe in Venedig. Die Serenissima zeigte sich mit strahlendem Sonnenschein und 28°C von ihrer schönsten Seite und bei gleichzeitiger Betrachtung von weltberühmten Sehenswürdigkeiten, wie der Rialtobrücke, dem Markusplatz und –dom sowie den zahlreichen Kanälen und Palazzi, ließen wir die Seele baumeln. Nach einem gemeinsamen Sprizz an der Piazza Santa Margerita ging es mit dem Zug zurück nach Padua und zu unseren Austauschpartnern.
Am Mittwochvormittag fanden wir uns alle wieder im Gebäude des „Instituto Scalcerle“ ein, um noch einmal in Gruppen in den italienischen Schulalltag reinzuschnuppern. Auch da konnten wir wieder so manche Unterschiede zum Unterricht in Deutschland feststellen. Es fiel uns auf, dass sich die Schüler nicht sehr oft meldeten oder mitarbeiteten mit, und somit die Lehrer die Unterrichtsstunde ganz alleine gestalten mussten. Nachdem unsere Italiener Unterrichtsschluss hatten fuhren wir alle in die Stadt, um dort entweder im McDonald’s (bei dem es sogar ein etwas anderes Angebot als bei uns gibt) zu essen oder am Prato della Valle, dem zentralen Platz in Padua, ein Picknick zu machen. Anschließend trafen wir uns mit Frau Belghanou, Frau Rinaldi und Frau Bettin, um noch einige Sehenswürdigkeiten Paduas zu besichtigen. Sie zeigten uns den Prato della Valle, die Basilika des Heiligen Antonius, die Basilika der Heiligen Justina und noch vieles mehr, wobei Frau Bettin uns immer interessante Infos über das jeweilige Gebäude geben konnte. Zum Abendessen war jede Schülerin bei ihrer Gastfamilie. Danach trafen sich fast alle wieder in der Stadt, da Padua jeden Mittwochabend pulsiert. Jeder geht aus, man trifft sich, isst etwas zusammen, und so schlenderten auch wir durch die Stadt, genossen die milden Temperaturen und ließen den Abend in einer Bar ausklingen.
Am Donnerstag ging unser Programm aufregend weiter. Wir trafen uns in der Schule, um mit einem eigens für uns gemieteten Bus zusammen mit unseren Austauschpartnern nach Verona aufzubrechen. Nach nicht allzu langer Fahrt kamen wir in der Stadt von Romeo und Julia an. Zuerst besichtigten wir die Arena und schlenderten durch die Innenstadt, wobei wir auch hier wieder Halt an einigen Kirchen und Sehenswürdigkeiten machten. Das absolute Highlight für alle war aber die Casa di Giulietta, das Haus der Julia, das mancher von uns aus dem Film „Briefe an Julia“ bekannt war. Dort wimmelte es allerdings nur so von Touristen. Anschließend hatten wir einige Stunden Freizeit, um uns dann am Piazza delle Erbe wiederzutreffen und den Weg zurück zum Bus anzusteuern. Auf dem Rückweg nach Padua machten wir noch einen kurzen Stopp in Vicenza. Dort aßen wir ein Eis und kamen dann am Abend erschöpft, aber glücklich in Padua an, wo wir mit unseren Familien noch einen schönen Abend verbrachten.
Freitag war wieder Zeit für den italienischen Unterricht, dieses Mal standen sogar zwei Stunden Sport gemeinsam mit unseren Austauschpartnern auf dem Programm. Danach fuhren wir in die Stadtmitte, um nochmal alle zusammen in einem schönen Restaurant Pizza essen zu gehen. Überraschend war allerdings, dass viele Italiener Pommes-Pizza bestellten. Wir Deutschen konnten gar nicht glauben, dass die Italiener ihre Pizza mit so etwas „Untypischem“ belegten, doch offenbar war sie ziemlich beliebt. Der letzte gemeinsame Nachmittag stand wieder zur freien Verfügung. Die meisten gingen mit ihren Austauschpartnern shoppen und die letzten Souvenirs kaufen. Nach dem Abendessen gingen alle nochmal aus, um den letzten Abend mit den Italienern zu genießen.
Am Samstag nach dem Frühstück trafen wir uns mit Gepäck am Bahnhof. Nachdem wir unsere Koffer abgeben konnten, machten wir uns alle zusammen noch ein letztes Mal auf den Weg zum Prato della Valle, denn dort fand ein großer Markt statt, auf dem Kleidung, Schmuck, Accessoires und vieles mehr anbegoten wurde.  Einige von uns aßen noch ein letztes Mal „Cornu Pizza“. Diese Spezialität sieht aus wie eine Eistüte, jedoch besteht die „Waffel“ aus Pizzaboden-Teig und ist mit Käse, Tomatensoße und anderen Wunschbelägen gefüllt. Mmmh 
Dann folgte allerdings der traurige Teil. Wir fuhren zurück zum Bahnhof und es wurde Zeit sich zu verabschieden. Als unser Zug kam, umarmten sich alle, viele Tränen flossen und eigentlich wollte keine schon nach Hause fahren. Auf der sechsstündigen Heimfahrt hatten wir dann aber Zeit, uns vom tränenreichen Abschied zu erholen und je näher wir München kamen, umso mehr freuten wir uns auch wieder auf unsere Familien, von denen wir alle herzlich am Bahnhof empfangen wurden. Vielen Dank Frau Belghanou und Frau Rinaldi für die unvergesslich schönen Tage, die wir in Italien verbringen durften!!!

Patricia Schön & Sophia Müller