Auf nach Obergrashof!

Am Freitag, den 27. April 2012, unternahmen wir, die Schülerinnen der Klasse G 5c, begleitet von Herrn Nold und Herrn Dr. Schmelter, im Rahmen des Faches Geographie einen Unterrichtsgang zum Thema „Ländliche Räume“ zum städtischen Gut Obergrashof.

Dabei war es gar nicht so einfach, Obergrashof zu erreichen, denn erst fuhren wir mit dem Bus nach Moosach, dann mit der S-Bahn nach Oberschleißheim, von dort mit einem Regionalbus zum Zielort. Dort lernten wir viel über einheimische Pflanzen und Tiere wie Schafe und Rinder, jäteten Unkraut, probierten frische Kräuter und tranken Schafsmilch sowie Pfefferminztee, der unter anderem aus Zitronenmelisse
und Brennnesseln bestand, aßen heiße Kartoffeln mit Schnittlauch und hatten sehr viel Spaß.

Der Ablauf des Unterrichtsgang lief im Einzelnen folgendermaßen ab: Als wir um neun Uhr angekommen waren, wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe ging mit Karin, unserer Führerin, auf Tour und wurde beispielsweise über die biologisch-dynamische Landwirtschaft informiert. Dann ging es zu den Schafen. Unsere Führerin wies darauf hin, dass die Schafe besonders viel Milch gäben. Ein Schaf büxte dann vor unseren Augen aus und fraß genüsslich aus einer Schubkarre, die mit frischem Gras beladen war. Das neidische Blöken der anderen hörte es wohl nicht. Besonders süß fanden wir die Lämmer, die entweder im Stroh schliefen oder wild im Stall herumsprangen. Sie ließen sich auch gerne von uns streicheln. Nachdem alle unsere Fragen zu den Schafen beantwortet waren, versammelten wir uns im alten Waschhaus, in dem früher die Frauen die Wäsche auskochten. Dort konnten wir auch noch ein riesiges altes Stück Seife aus der damaligen Zeit sehen und den Waschkessel, in dem das Wasser zum Waschen erhitzt wurde. Hier erfuhren wir auch, dass es früher einen Wasserweg von Schloss Nymphenburg zum Schloss Oberschleißheim gegeben hatte, auf dem die vornehme Hofgesellschaft mit eigens aus Venedig importierten Gondeln feiernd unterwegs war. Auch wurden wir über die wechselvolle Geschichte des Gutes Obergrashof informiert.

Als nächste Station erreichten wir die Gewächshäuser. In einem werden Kohlrabi gezüchtet, und zwar so: Verschiedene Kohlrabisorten werden angepflanzt, aber von Insekten bestäubt, die das Hofareal nicht verlassen können, damit sie keine Giftstoffe aufnehmen, die dann die Kohlrabi verunreinigen könnten. Nur unter diesen strengen Bedingungen können die Kohlrabi als „Biogemüse“ verkauft werden. Während der Erklärungen der Führerin waren sie schon zu hören: die zwei Esel, die hinter dem Zaun auf ihre Streicheleinheiten warteten. Wir stellten hier fest, dass Esel, und zwar unabhängig voneinander, ihre Ohren in alle Richtungen drehen können. Kurz vor Ende der Führungen statteten wir auch den Rindern in ihren Stallungen einen Besuch ab. Es handelte sich hier um besonders wertvolle und widerstandsfähige „Murnau-Werdenfelser-Rinder“, die schon fast ausgestorben wären, wenn sich nicht eigens ein Club gegründet hätte, um diese Rasse zu erhalten. Diese Rinder, so wurde uns von Karin erklärt, leben im „Matriarchat“, d.h. dass hier bei den Rindern die Leitkuh das Sagen hat, der sich alle Tiere – auch die männlichen – unterzuordnen haben. Diese ältere Leitkuh drängte sich angesichts der Störung des gewohnten Tagesablaufes gleich nach vorne, um uns ihre gewaltigen Hörner zu zeigen und uns aufmerksam zu mustern. Anschließend erfuhren wir noch, wie aus Kressesamen regelrechte Kresseteppiche entstehen, die dann wiederum in kleine „Teppichfliesen“, die man als „Biokresse“ kaufen kann, zerteilt werden. Zum Abschluss der Führung besuchten wir noch die Gemüsewaschanlage, in der gerade viele Kisten mit Radieschen „geduscht“ und gesäubert wurden. Herr Dr. Schmelter schlug hier Karin vor, auch uns als „junges Gemüse“ abduschen zu lassen, was aber unsere Führerin leider ablehnte, denn es war ganz schön heiß draußen.

So erreichten wir wieder den Hofgarten, in dem die erste Gruppe bei strahlender Sonne gearbeitet hatte, und die jetzt ihren Rundgang unternahm. Nun stand aber unser Arbeitseinsatz an: Einige Schülerinnen jäteten mit Hilfe diverser Geräte das Unkraut unter der noch nicht bepflanzten Kräuterspirale, die anderen hatten die vollkommen von innen und außen mit Gras, Girsch und Brennnesseln bewachsenen Weidehütten zu säubern und wieder begehbar werden zu lassen, wobei wir alle von den verschiedensten großen und kleinen Insekten, die sich offensichtlich im Kampfeinsatz befanden, belästigt wurden. Zur Belohnung für den Arbeitseinsatz gab es dann Kartoffeln und Schafsmilch. Um kurz nach 14.00 Uhr standen wir dann alle wieder vor der Schule. Uns hat es allen auf dem Gut Obergrashof sehr gut gefallen! Es hat sehr viel Spaß gemacht!

Carina Neizert, Carolina von Zanthier und Dr. Jürgen Schmelter
(G 5c)